Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 3 · p. Seite 304

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber
Date
1889-01-01
Page
Seite 304 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2259275-2259329-2259333-2264235--1264-2264250
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

304 Breßlau: Zur Geschichte der Juden in Rothenburg an der Tauber. Hatte damit das Reich selbst seine Rechte an die Rothenburger Juden aufgegeben, so scheint denn in der That wenigstens unter Karl IV. irgend eine Forderung an dieselben von dieser Seite her nicht mehr erhoben zu sein. Ein einziges Mal nur noch hat Karl, so viel wir wissen, in die Verhältnisse derselben eingegriffen, indem er, ungeachtet der Verleihungen von 1353 und 1355 über ein Judenhaus, wahrscheinlich auf Grund einer früher ertheilten Zusage, anderweite Verfügung traf. Da die betreffende Urkunde (Nürnberg, 31. Dec. 1355) bisher nicht bekannt gewesen ist möge sie hier in ihrem vollen Wortlaut eingeschaltet werden. "Wir Tarl von (xot8 Anaäen romisener Weiser, 211 allen selten werer äes reieds nnä kuniA?u Lenelm emdleten äem dur^ermeiZter, äem rate und äen dur^ern AemeinILek äer stat 211 kotembur^ uvsern unä äe8 reiens liedeu ^etru^en, unser nulä unä alles Aut. Wieden ^etru^ev) ^ann uns ^vol ^issentlieQ ist, äas ^vir Conans Ldirdart, et^enn e^vrein mitdürrer, unä klaren seiner eilenen ^irtln eln Mäevkaus In e^rer stat 2U kotemdurA ^eden naden, als ^ir in ouen unser drieLe äeruder Jeden Kaden, äorumd inanen ^Lr e^er tru^e, äomit lr uns unä äern reien verduuäen seit, unä Aedleten euen ernstlied unä vesteellen, äas ir äie od^enante Olaren äern od^enanten Mäenna^s naen unserer drleke laut en alles ninüernisse bliden lasset unä eueli ruLt ir äorumd alse rientet, äas sie unsern Anaäeu tnrdas ient ela^naM xv^eräe. I'etet ir äes nient, so polten unä rnusten ^vir Aeäen^ev, ^vie ^lr sie äen ed^enanten unsern Ivaäen denalten ineenten. (^eden su ^uremderI am neusten äonerstaAe naen äem OrlstaIe, unserer reiene iu äem tsenenäen unä äes keisertums in äein ersten Har.?er äorninuin . . eaneellariuw. ^0. L^stetensis. Ob und wie der Befehl des Kaisers erfüllt ist, darüber fehlt es an Nachrichten. Erst aus der Zeit seines Sohnes Wenzel liegen wieder Beweise für ein Eingreisen der Reichsgewalt in die Verhältnisse der jüdischen Gemeinde zu Rothenburg vor. Zunächst ist es bekannt und hier nicht weiter zu erörtern, daß von den beiden großen Judenschulden-Tilgungen von 1385 und 139()^) auch die Rothenburger betroffen wurden und eine nicht unerhebliche Vermögenseinbuße erlitten. Unser Band enthält neues Material sür diese Dinge nicht: nur einige Schuldbriefe für jüdische Gläubiger, die in denselben eingeheftet sind, geben Zeugnis von der Art, wie die Maßregel in Rothenburg vollzogen worden ist; sie müssen von den Gläubigern an den Rath abgeliefert worden sein und sind, wahrscheinlich weil sie nicht eingelöst wurden, im Besitz der Stadt verblieben^). Daneben erfahren wir nun aber, daß es trotz der Ueberweisung der Juden an die Stadt doch noch directe Leistungen derselben an den König gab, die nach wie vor entrichtet wurden. Und zwar handelt es sich dabei zunächst um den sog. güldenen Opferpfennig der Juden, jene von Ludwig dem Baiern einge- Or. auf Pergament, mit rückwärts aufgedrücktem Secretsiegel unter Papierdecke, f. 11 unseres Bandes. 2) Vgl. über dieselben Hegel, Städtechroniken I, III ff.; Weizsäcker, Reichstagsakten I, 461 ff.; II, 277 ff. 3) Vgl. Abschnitt IV.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.