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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 292

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
[Ohne Titel] / Stern, M.
Date
1889-01-01
Page
Seite 292 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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292 Nachrichten. „Die Goldschmidt belebte des Gespräch, ahmte verschiedenen Acteuren nach und kehrte sich nicht an einige kalte Gesichter um sie her." Wer ist die also Genannte? Emil Neubürger spricht in seinen Erzählungen und Charactistiken „Aus der alten Reichsstadt Frankfurt" (Fft. a. M., A. Wahlau 1889) häufig von Juden. In der Erzählung „Die Judentochter" schildert er die romantische Liebe eines Ritters und einer Jüdin, die mit dem Selbstmorde der Letztern endet. Hervorzuheben sind serner zwei kurze biographische Artikel über Lazarus Geiger, den berühmten Sprachforscher, und Major Burg, den einzigen höhern jüdischen Offizier der preußischen Armee. Die „Gedenkblätter zur Erinnerung an Rabbinervr. A. M. Goldschmidt. Herausgegeben von dem Vorstande der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig", 78 SS. enthalten außer den Grabreden und der Beschreibung der Trauerfeier auch eine sinnige, warm und edelgeschriebene biographische Skizze des ausgezeichneten Mannes, aus der Feder von Frau Henriette Goldschmidt, eine Skizze, welche in ihren Rückblicken auf die Vorsahren des Dahingeschiedenen (gest. 5. Febr. 1888) und in den Bemerkungen über seine eigne Jugendentwicklung interessante Beiträge zur Bildungsgeschichte der deutschen Juden giebt. Goldschmidt, der meinem Vater nahe stand und mit ihm durch gleiche Gesinnung verbunden war, hat über Lessing und Mendelssohn, über die geschichtlichen Grundlagen zu „Uriel Acosta", über die kulturgeschichtliche Bedeutung der Juden im Mittelalter und andere geschichtliche Themata formell und inhaltlich vollendete Vorträge gehalten, freilich nur weniges durch den Druck veröffentlicht. Er war ein hervorragender Redner, ein vielseitig gebildeter Mann, ein vortrefflicher Mensch und ein echter Deutscher, der oft und mit großem Erfolg sein kräftiges Wort zum Besten des Vaterlandes ertönen ließ, das er über Alles liebte. C. F. G. Heinrici's interessante Veröffentlichung „D. August Twesten nach Tagebüchern und Briefen" (Berlin, W. Hertz 1889) enthält in den Tagebuchblättern und Briefen aus Twestens Berliner Aufenthalt (1810—1812) wichtige Notizen über die damalige jüdische Gesellschaft Berlins, besonders über L. Bendavid, einen Herrn Levi, „der hier für den besten Schüler Fichtes gilt", über H. Herz, der T. 1814 lateinische Stunden gab. Ueber sie schrieb er damals: „Die Herz ist doch wol nicht eigentlich glücklich. Sie führt ja ein reiches Leben, es kommt ihr aber gewiß, wie allen Frauen, die nicht für einen Mann oder Kinder zu sorgen haben, leer vor und ich glaube oft den Ausdruck davon in ihrem Benehmen zu erkennen." Später während ihrer italienischen Reise wird sie von den Freunden — Twesten gehört zu Schleiermachers Kreis — gerühmt, daß sie den katholischen Lockungen widerstanden. S. 199 eine hübsche Anekdote von Hartwig Wessely, der unrichtig „Wessel" genannt wird. Gegenüber

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