Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Ohne Titel] / Stern, M.
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 2)
- Language
- German
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Nachrichten. 291 folg.) ist wichtig wegen der mancherlei Parallelen, die sich für Geschichte der Juden in Deutschland ergeben, ferner durch Hinweise auf wichtiges Quellenmaterial und kritisch bedeutsame Einzelheiten. K. Kohlers Vortrag „l'ke ^anäerivA 5en" (Remple Letk-Ll. I'ks ^anäerinA «sevf. I^eeture üelivsreä Rev. vr. X. Tokler. Luuäa^, ^prU 1^ 1888) geht, wenn auch nur beiläufig, auf die Erscheinung des wandernden Juden in Deutschland ein. Die „Geschichte des Aberglaubens von vr. S. Rubin, deutsch von I. Stern" (Leipzig, Thiele 1888) enthält interessante und anziehende Mittheilungen, hauptsächlich aus jüdischen Quellen. Die Geschichte der Juden in Deutschland wird freilich mehr gestreift als ausführlich behandelt. _ In H. W. B. Zimmers Buch: Joh. G. Zimmer und die Romantiker (Fft. a. M. 1888) findet sich (S. 359) ein nicht uninteressanter Brief eines Joh. Jos. Bergmann (als Jude: Joseph Bamberger in Worms) 1827, der durch den Genannten die Anregung erhalten hatte, sich taufen zu lassen. In einem Brief Boeckhs an Zimmer (Berlin 1811) heißt es „Arnim ist der Stifter einer großen Eßgesellschast, welche sich die Christlich- Deutsche nennt, und keine Juden, keine Franzosen und keine Philister duldet." (S. 303.)__ Interessante Beiträge zur Kenntniß der Beziehungen zwischen Jean Paul und seinem Freund Emannet Osmund liefert das Buch „Das Leben Emma Försters in ihren Briefen" Berlin, W. Hertz, 1889, S. 31 und 89. Die Art wie sich hier die Tochter Jean Pauls über einen ihr und ihrer Familie durch den Bruder Osmunds zugefügten Verlust ausspricht, ist ebenso würdig und schön wie die Worte, welche die genannte 20. April 1827 an ihren „geliebten großen Emanuel" richtet. Sie schreibt: „Ich lebe hier recht froh und recht sehnend. Ich vermisse einen Vater und einen Emanuel, Menschen, denen über der Religion der Natur und über oer Kunst ein Gott steht, der sie wie die Ewigkeitsschlange alle umschließt." _ Der ebengenannte Osmund wird in einer etwas seltsamen Notiz eines neuern Memoirenwerks (Das Leben der Dichterin Amalie von Helvig geb. Freiin von Jmhoff" von Henriette von Bissing. Berlin 1889, S. 119) genannt. Die Notiz in einem Briefe der genannten Dichterin vom 30. October 1802 lautet: „Die Goldschmidt war bei mir, sie ist ein kluges, lebendiges Wesen, sie erzählte mir von dem „Emanuel" der in I. P. Richters Schriften vorkommt und ein Jude Namens Engel ist; er wohnt in Bayreuth und trägt auch diesen idealen Vornamen, er soll taub durch Verbrecherhand geworden sein und ist eine höchst interessante Persönlichkeit." Dieselbe wird dann nochmals 11. November 1802 genannt: