Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Miscellen. 269 S. 75 ist der deutsche Titel ungenau angegeben. Die k. Bibliothek erwarb ein Exemplar (vielleicht Pinner's?) 1887, vielleicht unionm, denn zwischen Landshuth, Pinner und Benzian (früher auch Lebrecht) fand öfter ein Verkehr in Büchern statt; jedoch enthält dieses Exemplar nicht das prosaische Gebet, welches auf einem besondern Folioblatt (vielleicht nicht aus derselben Druckerei?) in Landshuth's Exemplar angefügt war und von Pinner unvollständig mit seiner eigenen Übersetzung im Sendschr. abgedruckt ist. Die Veranlassung zum Druck in einer christlichen Druckerei lag wohl im Mangel deutscher Typen bei Ahron b. Moses. Ich schließe hieran ein ähnliches, aber mehr bekanntes Patrioticum vom I. 1757, nämlich Lekir al Qedura „Danklied über den . . . Sieg . . 5. Dec. 1757 bei Leuthen" (Pinner, Katalog S. 73, Landshuth S. 53, wo das hebr. Gedicht mit dem Akrostichon Hirsch abgedruckt ist). Die deutsche Übersetzung Mendelssohns verfolge ich nicht weiter. 1757 erschien auch ein Band des jerusalemischen Talmuds mit dem geschätzten Commentar, des Berliner Rabbiners, David Fränkel, Lehrers Mendelssohn's. 1758 bleibt wieder unbesetzt, dafür erschien 1759 ein Abdruck des Maor von Serachja Ha-Levi, mit der Entgegnung des Nachmanides, ein klassisches Werk auf talmudischem Gebiete. 1760 brachte MULm l'Lloda, ein hebräisches Wörterbuch von Jehuda L. Minden. 1761 erscheint das talmudische geschätzte ^am sekel Sekelowo über Gittin von Salomo Loria und das ebenso geschätzte masoretische Werk Nasoret 8eMZ la-^ora von Meier Abulafia Ha-Levi (XIII. Jahrh.) nach der Ausg. Florenz 1750, ohne die Collectaneen am Ende, welche Benjacob für fremde Zuthat hält. 1761/2 muß der Drucker Ahron gestorben sein, dessen, allerdings unterbrochene Thätigkeit vorzugsweise Schriften geliefert hat, welche dem Bedürfniß der Zeit entsprechen, zum Teil noch heute benutzt werden. Er selbst war in damaligem Sinne ein Schriftgelehrter (^"MN aus den Titeln). Wir stellen hier die Setzer und Drucker zusammen, welche in diesem Zeitabschnitt in Berlin arbeiteten und noch nicht früher erledigt sind. Moses Taust, Sohn des Menachem Schochot in Prag (1733), ist offenbar identisch mit Moses b. Pinchas (s. 1699, Bd. I, S. 379, A. 6 und S. 381), schon 1696 und 1697 in Dyhrenfurth, 1717 auch in Franks, a. O. (Cat. Bodl. x. 3009), also beinahe 40 Jahre in Arbeit. Jsak b. Chajjim (aus Krakau), in Berlin geboren, war in Wandsbeck 1727—30, in Berlin 1733, in Amsterdam bei Athias 1739, in Dessau 1742 und wieder in Berlin 1754—55 (Kalender). Ich vermute, daß er der Sohn des Chajjim b. Katriel aus Krakau sei (oben I, 381; Cat. Bodl. x. 2003). 18*