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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 270

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
Hebräische Drucke in Deutschland
Date
1889-01-01
Page
Seite 270 (sequence 9)
Language
German
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270 Miscellen. Zebi (Hirsch) b. Chajjim (aus Krakau)') scheint ein jüngerer Bruder des eben genannten Jsak; er erscheint 1733, 1734, 1736, wohnt 1743 in Friedrichsfelde bei Berlin, 1750 in Biesdorf (5>"jttl O^ü) bei Berlin; doch ist er schwerlich alle Tage von dort nach Berlin und wieder zurück gegangen. Der Artikel Jüd. Typogr. in Ersch und Gruber S. 90 bringt diese Wohnung mit dem Reglement von 1750 in Verbindung, obwohl für Hirsch das I. 1740 angegeben ist. In der That handelt es sich seit 1717 darum, die jüdische Einwohnerzahl nicht anwachsen zu lassen. Wenn man in Königs Annalen (S. 272) liest, daß um 1737 zu Berlin 120 jüdische Familien 250 „Bediente" hatten, welche der König durch ein eigenhändiges Dekret auf 200 festsetzte, so. erinnert man sich an die Verhältnisse in Wien bis 1848, wo sehr angesehene Familien ihren Ausenthalt nur dadurch erwirkten, daß der Familienvater als irgend ein Bedienter eines sogen. „Tolerirten" bei der Polizei angemeldet war. Wie das nun mit den Setzern und Druckern gehalten wurde, ist fraglich. Hirsch war wohl, wie Jsak, in Berlin geboren; es ist also vielleicht sein Wohnort außerhalb Berlins irgend einem speciellen Umstände zuzuschreiben, den wir nicht kennen. Gelegentlich muß auch eine andere Bemerkung des Art. Jüd. Typographie berichtigt werden, nämlich, daß man in Folge des Reglements von 1750 sich meist der Setzer aus Franks, a. O. bediente. Für die Officin des Ahron b. Mose paßt diese Bemerkung nicht. Meir ben Zebi Hirsch aus Dhhrensurth nennt sich überall „aus der Familie Gaschwitz", jedoch gerade nicht auf dem von ihm verlegten Gebetbuch (1742). Er war 1730, 1731 Setzer in Jesnitz, seit 1733 in Berlin und 1742 noch unverheiratet, dennoch ist der Homonymus in Berlin und Franks, a. O. 1754—82 nicht ein Enkel (Cat. Bodl. x. 2851), sondern wohl derselbe, so daß er beinahe 50 Jahre das Geschäft betrieben hätte, und sein Sohn Zebi Hirsch von 1788 bis mindestens 1813 das Geschäft in Franks, a. O. betrieb. Der Familiennamen wurde später Baswitz ausgesprochen; die Familie existirt noch, und ihr gehörte der im I. 1870 verstorbene Vorsitzende des hiesigen Gemeindevorstandes an. Samuel b. Menachem (Mandel) Kohen aus Zolkiew war Setzer 1739. Schalom b. Pinchas (oder Menachem)?) Selig, Drucker 1739, 1745, 1750, 1753—57. Jsak (oder Jtzig) b. Ahron Selig aus Franks, a. O., aus dem Hause Sachs ^? (dort 1765—1800, jüd. T. S. 89), in Berlin 1750, 1753, 1756- Schwerlich ist sein Vater Ahron b. (Abi Esri) Selig, der 1709 in Berlin Drucker und Setzer war, aber 1729 in Amsterdam (Cat. Bod. x. 2837 n. 7783). Moses (Moschel, Meschel,) Levi aus Franks, a. O., jetzt in Berlin, 1754. ') Zebi bemerkt, wie es scheint, in bestimmter Absicht, daß sein Geburtsort Berlin sei, und daran erkenne ich ihn im Kalender 1745. 2) Die Variation dieser Namen finden wir auch bei Moses Tausk.

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