Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 4)
- Language
- German
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Miscellen. 265 Außerdem erschien NeMat l'aanit mit Commentar ^) (C. B. 3725) und lakkanot, Einrichtungen in Bezug auf Schlachten, Pardon (Entschädigung dafür) und Schächter, „wie Alles von heute ab gehalten werden soll", 33 Paragraphen jüdisch-deutsch, unterzeichnet: Mordechai Dessau, Sandel (Samuel) Halberstadt, Meir Rintel, Moses Clef, Zebi Hirsch Levi, Mordechai Halberstadt, Abraham Levi, Simeon Jeitels, Menachem Mendel Eschwe, Natanal Ferscht (Fürst), Jehuda Loeb Halberstadt, Jesaia Holländer, Meir Soft (Soest?), Baruch Wendet Kohen. Dieses Aktenstück, welches Doctor Pinner besaß (Katalog S. 74 n. 18)?), ist wahrscheinlich im Spätsommer, nach Abgang des Rabb. Jakob Joschua, der nicht unterzeichnet ist, gedruckt. Einige der Unterzeichneten (Vorsteher) sind auch im Berufungsschreiben des Letzteren v. I. 1730 (bei Landshut S. 28, 29) und in der Festordnung vom selben Jahre (Geiger II, 75) zu finden. Die Hauptarbeit der Jahre 1734—39 war eine Ausgabe des gesammten babylonischen Talmuds mit allen Commentaren in 12 starken Foliobänden. Dieses Werk, welches allerdings den kritischen Anforderungen wenig genügte, ist beschrieben in dem hebräischen Buche von R. N. Rabbinovicz mit deutschem Titel: „Kritische Uebersicht der . . . Ausgaben des Babyl. Talmuds", München 1877 S. 101. Für unseren Zweck genügt Folgendes. Dieses bedeutende Unternehmen veranlaßte der christliche Buchhändler Michael Gottschalk in Franks, a. O., der schon 1715—21 den Talmud in Verbindung mit Jablonski verlegt hatte. Auch diesmal gaben die Kosten Jablonski in Berlin und vi-. Grilo in Franks, a. O., so daß auf den Titelblättern beide Druckorte erscheinen. In wie weit die Osficin Gottschalk's, in welcher wir um dieselbe Zeit eine sonst geringe Production finden werden, beim Satz beteiligt war, kann ich nicht angeben, da mir diese Ausgabe nicht zugänglich ist. Jablonski gab wohl seine Typen dazu her und den Druck besorgte Ahron, der nur auf dem I. Bande (1734) als Druckherr, später als Werkführer (PO^n) erscheint. Mit demselben Worte, doch wohl im Sinne von Geschäftsleiter, bezeichnen sich Zadok b. Abraham aus Meseritz, der die Arbeiter beaufsichtigte, und Moses Kohen, Dajjan in Franks, a. O. b. David. Zuletzt stellt sich der gelehrte Corrector Ahron ha-Levi, Sohn des frommen Abr. Israel Dajjan Heller aus Franks, a. O., ein, nicht ganz verdientes Zeugniß aus. Erst Ende 1735 (Titel 12. Cheschwan 496) erschien LuMt Ka-Seka^ Ergänzungen zu früheren Talmudausgabeu, compilirt von Josef (Jessel) Herausgegeben von 4 Schülern des Rabbiners Jakob Joschua aus Krakau, s. Landshuth, Biogr. S. 34. 2) Derselbe hinterließ einen, zwischen 1861—70 gedruckten Katalog seiner Bücher und Haudschr., nebst Grabschriften aus aller Welt, ohne Titelblatt bis S. 208, aber Bogen 4 und 9 fehlen. Ungefähr 80 Exempl. dieses unvollendeten Buches sind 1888, lange nach Erwerbung der Bücher (s. oben), Herrn Benzian abgetreten. Ein Exemplar verzeichnet Zedner x. 805 mit 389 Num., d. i. bis S. 48; Kayserling, Mendelssohn, Ed. II S. 421 citirt S. 54, sah also den fehlenden Bogen 4. — Die in diesem Katalog verzeichneten kleinen Berliner Drucke sind nicht alle in die k. Bibliothek gekommen.