Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 3)
- Language
- German
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264 Miscellen. Von 1733 bis 1761/2, also durch einen Zeitraum von ungefähr 30 Jahren, erscheint als Druckherr und wohl auch Verleger, Ahron ben Moses Rofe. Der Vater, Moses, Arzt aus Lissa, war 1733 schon todt; sein Bruder Baruch war Arzt in Grätz (sN^), er selbst Schwiegersohn des Jehuda Neumark (oben Z 7). Der ziemlich große Zeitraum seiner Thätigkeit — ein Jahrhundert später hätte er ohne Zweifel sein Jubiläum gefeiert — und die Zahl der bei ihm zu gleicher Zeit beschäftigten Personen (die ich am Schluß dieses Z zusammenstelle) lassen auf ein bedeutenderes Geschäft schließen, als die bekannten Drucke, wenn auch alle, ohne seine Firma in Berlin damals gedruckten Hebraica aus seiner Werkftätte hervorgingen (s. jedoch unter 1756). Beachtenswert ist auch sein Verhältnis zu einem andern Drucker. Israel ben Abraham, den wir in Jesnitz bis 1744 antreffen werden, ließ mit seinen Typen im I. 1746, auch 1750, bei Ahron drucken. Sind diese beiden etwa die „Drucker" des Reglements von 1750? Bei dem großen Unternehmen des Talmuds (1734—39) ist ihm wohl in Frankfurt a. O. geholfen worden. Die ersten Unternehmungen Ahron's sind zwar hauptsächlich Abdrucke älterer Ausgaben, jedoch klassischer Werke von einigem Umfange, nämlich: 1733, das Buch der Gebote (Nis^ot) von Maimonides, herausg. von Josef aus Strim und Abraham aus Zlotowo, mit Erlaubniß Jablonski's (s. oben), und (ohne diese Erlaubniß) Novellen zu Kidduschin von Salomo ibn Aderet, an deren Ende sich drei Setzer nennen. Daneben (vielleicht auch vorher?) druckte und edirte er in diesem Jahre die 1. Ausg. des grammatischen Aodai- (nebst Nlekse) ka-^eda, von dem bekannten Salman Hena (Hanau), das so geschätzt war, daß Ahron selbst eine 2. Aufl. 1749/50 (corrigirt von Jehuda Loeb b. Samuel aus Lissa), Jtzig Speier 1769 eine, aus Handschrift!. Noten des Verf. vermehrte dritte, Andere später noch weitere Ausgaben veranstalteten (s. mein Handbuch S. 58, vgl. Benjacob, Thesaurus S. 58 u. 792). 1734 brachte hingegen nur einige kleine Schriften. Vom 2. Schebat bis 1. Adar I., also in einem Monat, wurde das interessante, nicht häufige Schriftchen (72 Bl. in 12") I^'un ^isekak fertig, dessen Verf. sich auf Titelbl. und im Akrostichon zu Ansang, auch zu Ende der jüdisch-deutschen Vorrede, Jsak (Jtzig) b. ^551^ (wohl für Saul, was bei Benjacob S. 437 n. 267 substituirt ist) b. Hirsch b. Josef Posner aus Lissa nennt. Das Druckfehlerverzeichnis nimmt allerdings eine volle Seite ein. Es enthält alphabetisch geordnete Sprüche aus Talmud :c. mit einer, oft sehr breiten Paraphrase in jüdisch-deutschen Reimen. In der gereimten Borrede erzählt der Verf., daß er am Tebet 493 (Ende 1732) nach Berlin gekommen sei, wonach eine Ausg. 1704 (bei Fürst, B. I. III, 117, Benjacob, 1. e., Catal. Mampe III, 1866, S. 14 n. 35, mit der also unberechtigten Bemerkung: „Fehlt bei Steinschneider") unmöglich ist, richtig 1734 schon bei Zedner p. 747. Am Schluß der Borr, bedankt er sich bei den Einwohnern Berlins, deren mehr als siebzig auf sein Buch zum Preise von 8 Groschen ((^eäolim) brandenburger Geldes subscribirt haben, besonders bei der Wittwe Heilchen (sie) Margolius, welche ihm die Druckkosten geliehen hat.