Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Vor hundert Jahren
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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202 Geiger: Vor hundert Iahren. Jtzig — aus der Stadt verwiesen. (Auf dieselbe Angelegenheit als auf eine stadtbekannte Geschichte kommt er S. 256 ff., 352 ff., 397 ff., 433 ff., 482 ff. zurück. Das Mädchen findet in Frankfurt a. O. einen neuen Dienst. Tl. möchte den Prozeß des Mädchens neu aufnehmen, läßt aber endlich die Sache liegen.) Auch sonst polemisiert er gegen die Unbarmherzigst, mit welcher man Fremde — Alte und Kranke — aus der Stadt verweist (S. 260 fg.) Ein jüdischer Gelehrter aus Breslau tritt in einem Aufsatze, von dem nur der Anfang mitgeteilt ist (S. 683—687) gegen die häufigen Ehescheidungen der polnischen Juden nnd gegen die schlechten Sitten derselben auf; ein letzter (S. 720—722) von dem gleichfalls der Schluß fehlt, meldet von einer vortrefflichen Predigt des Rabbiners Hirschel, wider Verläumdung, Tadelsucht und Verfolgung, für Menschenliebe und Sanftmut. Eine Berliner Zeitschrift, von der man denken sollte, daß grade sie jüdische Dinge mit Vorliebe behandle, „Berlinisches Journal für Ausklärung"/) täuscht wenigstens in den Jahrgängen 1789 und 1790 unsere Erwartung. Die Zeitschrist behandelt hauptsächlich allgemeine politische, religiöse und moralische Fragen, berührt aber das konfessionelle Gebiet nur wenig. Jüdische Schriftsteller sind Mitarbeiter an der Zeitschrift, aber auch sie, z. B. Sal. Maimon^) behandele nur allgemeine philosophische Fragen. Ein andrer Aussatz, als dessen Autor sich „der Verf." der philosophischen und kritischen Untersuchungen über das Alte Testament unterzeichnet, ist eine durchaus sprachliche Untersuchung über das Wort ."!p"W/') ohne jede konfessionelle Tendenz. In einem Aufsatze A. v. Hoff's über Eide ^) wird gelegentlich von dem Leichtsinn der Juden bei Ableistung von Eiden gesprochen, ähnliche Beispiele von Christen aber gleichfalls gegeben. Gradezu gegen die Juden richten sich einige Bemerkungen in de Waillh's Aufsatz gegen den Schleichhandel. Unter den Vorschlägen, durch welche demselben vorgebengt werden solle, befinden sich namentlich zwei, 1. alle auf dem platten Lande wohnenden Juden zu verpflichten, in die Städte zu ziehen, 2. den Juden zu verbieten, auf dem platten Lande herum zu handeln. Die von dem Verf. hervorgehobenen Mißstände sind Herausgegeben von G. N. Fischer und A. Riem, von 1790 an von Letzterm allein, erschienen in der kgl. preuß. akademischen Kunst- und Buchhandl. Mir liegt Bd. 4—8 vor. y Bon ihm „Ueber Wahrheit" Bd. V, S. 67—84. Antwort darauf von I. H. Tiestrunk Bd. VI, S. 141-167 und Entgegnung Maimons Bd. VII, S. 22 bis 51. Duplik Tiestrunks Bd. VIII, S. 115—158 mit einzelnen Anmerkungen M/s und einem Schlußwort des Herausgebers, daß durch persönliche Bekanntschaft der Gegner der Streit beendet sei. — Ferner von M.: „Baco und Kant" Bd. VII, S. 99-122. ..Ueber die Weltseele" Bd. VIII, S. 47—92. — Das. S. 186—192 „Ankündigung" nämlich eines unparteiischen alle Systeme behandelnden philosophischen Journals. 3) „Hat das Hebräische wirklich ein Wort, das den Begriff Tugend bezeichne? An den Herrn Prof. Bruns zu Helmstädt" Bd. IV, S. 106—116. Der Verf. leugnet, daß dem angeführten Worte jene Bedeutung zukomme; es heißt nur „Gerechtigkeit, Judentum". Der Aussatz des Helmstädter Prof. hatte in der Verl. Monatsschrift. Okt. 1787 gestanden. Bd. VIII, S. 1—46, vgl. bes. S. 35. 5) Bd. VIII, S. 159—185, bes. S. 163.