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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 200

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
Vor hundert Jahren
Date
1889-01-01
Page
Seite 200 (sequence 16)
Language
German
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200 Geiger: Bor hundert Jahren. raubt, die Verheißungen dieser Religion dadurch vernichtet werden, daß irgend ein durch alten finstern Aberglauben verblendetes Volk dieselbe nicht auerkennt?" 3. „Wenn einer ein Töpschen auf dem Kohlfeuer stehen hat und mit einem zerlöcherten Blasebalge arbeitet, das Feuerchen in Gluth zu erhalten, ist's dann wohl Recht, denjenigen zu verspotten, der ihm begreiflich machen will, daß er nur mit dem Munde zu blasen brauche und daß sein Blasebalg nichts tauge". Was der Verf. mit der letzten Frage will, wird von ihm nicht erklärt. Ueberhaupt wird in den wenigen Seiten mehr bei dem verweilt, was der Verf. in seinem Werke nicht behandeln will, als bei dem, was er darzustellen gedenkt. Drei Perioden will er unterscheiden: vom 4. zum 9., vom 9. zum 16. Jahrhundert und vom 16. Jahrhundert bis zu seiner eignen Zeit. Aus einer Bemerkung ergiebt sich, daß der Verf. die von ihm gestellte erste Frage bejaht; über die Art der Vertheidigung aber, zu welcher er sich berechtigt glaubt, gibt er nichts Näheres an. Am 1. Juni 1790 (Boss. Ztg.) lädt K. Th. Wundsch, Prediger in Marienburg zur Subscription aus seine Reden und Predigten ein, in die auch aufgenommen werden sollte: „bey Gelegenheit des Riesenburgischen Brandes über die jüdische und christliche Gedenkungsart bei sogenannten Strafgerichten." Doch ist die Schrift wohl nicht erschienen. Mehr noch als in Büchern werden die Juden in den Zeitschriften jener Zeit behandelt. Da es aber hier nicht auf eine allgemeine Zeitschriftenschau ankommt, sondern die Jahre 1788 und 1789 der alleinige Gegenstand unserer Betrachtung sind, so seien auch nur wenige Zeitschriften herausgehoben, deren eine gerade für das echt Berlinische Wesen jener Tage überaus charakteristisch ist. Es ist dies die bei anderer Gelegenheit (oben S. 191) kurz erwähnte „Chronic von Berlind) oder Berlinische Merkwürdigkeiten. Eine periodische Volksschrift. Herausgegeben von Tlantlaquatlapatli". Unter diesem seltsam gebildeten Namen verbarg sich der Schriftsteller H. W. ^ehsried (1755—1800), Schauspieler und Dichter nicht allzurühmlichen Andenkens. Nachdem er in seinem Blatte No. 29 und 30 sich mit dem oben erwähnten entsprungenen Juden beschäftigt hat, bringt er in der folgenden einen Artikel: „Jüdische Intoleranz und Bannvollmacht des Rabbiners in Hamburg"; eine spätere „Noch etwas über die Bannvollmacht des Rabbiners Jackusiel", eine folgende: „Aufforderungen an den Hamburger Rabbiner Produsiel". St. 43 und 44 derselben Zeitschrift enthalten einen Aussatz „Polnische Judenversammlung, Nro. 45 und 46 „Der jüdische Student", Nro. 47 und 48: „Jüdische Fleischscharne, Betrug der jüdischen Schächter", Nro. 49 und 50 „Halsstarrigkeit des Hamburgischen Rabbiners Jackusiel", Nro. 51 und 52 „Fortschritte der jüdischen Nation", Nro. 53 und 54: „Fünf polnische Juden"; Nro. 55 und 56 schildern den Empfang der Prinzessin von Oranien (Schwester des Königs Friedrich Wilhelm II.) und nennen unter den Empfangenen auch die Judenschaft, die Herren Jtzig und t) Mir liegen 6 Bände vor, 96 Stück enthaltend, zusammen gegen 1260 Seiten jeder Band mit einem Titelkupfer. Berlin bei Petit und Schöne. 1789 und 1790.

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