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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 194

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
Vor hundert Jahren
Date
1889-01-01
Page
Seite 194 (sequence 10)
Language
German
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194 Geiger: Vor hundert Iahren. verehelichte Peschloin, verehdigte Taxatricin" oder die S. 171 unter den Hebammen aufgeführte „Verehligte Knabin, wohnt in der großen Hamburgerstraße im Judenhause" ^), Jüdinnen sind, muß völlig zweifelhaft bleiben, obwol bei der Erstern der Name, bei der Letztern die Wohnung dafür zu sprechen scheint. Aber da die Bezeichnung des Glaubensbekenntnisses fehlt, so wird man wol annehmen müssen, daß es damals keine jüdische Hebamme gab, die Genannte aber von der Judenschaft vorzugsweise gebraucht wurde. Größere Beachtung finden die Juden in dem Kalender von 1773. Zwar Mendelssohns Namen sucht man vergebens — hatte er doch kein öffentliches Amt 2) — aber es werden (S. 65) 7 „verehdete Juden- Mäckler" aufgezählt, gegenüber 5 christlichen: Benjamin Levi, Aaron Hollander, Mosis Levi Wallach, Hirsch Bendix, Levin Neuburger, Philipp Mendel, David Aaron Koen; serner zwei „approbirte Medici jüdischer Nation": Benjamin de Lemos — bekanntlich der Vater der Henriette Herz — und der als Gelehrter berühmte Marc. Eliesar Bloch. Eine jüdische Hebamme gibt es nicht; der Frau Knabin ist ihre Tochter Dorothea Sophia Röderin gefolgt (S. 177). Dagegen hat ein Jude eine halb officielle Stellung; unter den l^anslatores — und zwar direct hinter den „Schreibmeistern, so zur Oomparatlone I^itterarum verpflichtet worden" befindet sich (S. 83) „Hr. Jsaac Lazarus Jaffai, wohnt in der neuen Friedrichsstraße am Spandauer-Thor in des Fechtmeister Meyers Hause." Daß Letzterer ein Jude ist, geht wohl unzweifelhaft aus dem Namen hervor; im Kalender von 1789 erscheint er wieder (S. 139), doch hat er hier die auch jetzt noch übliche Form des Namens angenommen: Jaffv, hat seine Wohnung verändert, er wohnt nun „in der Heydereutergasse ohnweit der Synagoge im Ephraimschen Hause", vor Allem aber, er ist nicht mehr blos Translator, sondern vereideter Schreibmeister. Dieser Fortschritt in der Stellung der Juden zeigt sich auch sonst. Auch in dem Kalender von 1789 treten uns weiter die „vereydeten Juden-Mäckter" entgegen (S. 116; von den früher genannten 7 sind drei: Hollander, Mendel, Neubürger wahrscheinlich durch den Tod ausgeschieden); viel bedeutsamer ist, daß unter dem Hofstaat Sr. königl. Hoheit des Prinzen Heinrich (S. 28) zwischen dem Geh. Kämmerer und der Domänenkammer aufgeführt wird: „Hofbankier Hr. Isaak Daniel Jtzig, wohnt an der Friedrichsbrücke in der Burgstraße im Jtzigschen Hause." Als noch merkwürdiger darf der Umstand hervorgehoben werden, daß bei der Verwaltung des Königl. National- Theaters, an dessen Spitze Ramler und Engel, ersterer mit unendlich langem Titel, stehen, bei der „untergeordneten Theater-Administration" (S. 325) zwei Juden angestellt sind: „Lipmann Jtzig, Gehülfe bei der Tages-Einnahme", gewiß kein Verwandter des ebenerwähnten, durch Reichel Da die Häuser keine Nummern hatten, so mußten sie ziemlich umständlich nach ihrer Lage und nach dem Nameu des Eigenthümers angeführt werden, z. B. „wohnt vor dem Köpuicker Thor, in der Iacobsstraße ohnweit der Köpenicker Kirche", oder „wohnt in der Baumgaffe neben dem Töpfer Hammer iu ihrem Hause". Erst der Kalender von 1806 fügt den einzelnen Häusern Nummern bei. 2) Dagegen findet sich unter den auswärtigen Mitgliedern der Academie (S. 40) „Hr. Leßing, Herzoglich Braunschweigischer Bibliotheearius zu Braunschweig."

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