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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 171

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Juden in Deutschland
Date
1889-01-01
Page
Seite 171 (sequence 13)
Language
German
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Wolf: Zur Geschichte der Juden in Deutschland. 171 III. Zur Geschichte des dreißigjährigen Krieges. In. Wertheimers Jahrbuch für Israeliten 5621 (1860/1) S. 221, berichtete ich, daß ein Jude Lazarus Aron aus Lichtenstadt in Böhmen zur Zeit der Herrschaft des Winterkönigs, Friedrich von der Pfalz, Jesuiten aus Prag, deren Leben hart bedroht war, mit eigener Lebensgesahr rettete und sie bis nach Bamberg brachte. In Folge dessen kam er wie seine Familie in äußerste Gefahr. Sein Haus in Prag wurde geplündert und dann demolirt „daß nicht ein Stein auf dem anderen blieb". Die Jesuiten selbst bezeugen, daß sie von Katholiken nicht derartige Hilfe erhalten hätten. In ähnlicher Weise stand er den Geistlichen im Stift Tepl in Böhmen und in Lilienfeld bei Wien bei. Der Mann hat sich aber auch anderweitig während der damaligen Zeitläufe im dreißigjährigen Kriege hervorragende Verdienste um den Kaiser und seine Feldherren erworben, wie dieß am deutlichsten aus folgenden Dokumenten hervorgeht: Graf Schlick Präsident des Kriegsrates bezeugt demselben (Wien 29. Mai 1633), daß der „bescheidene Lazarus so lange er uns bekannt je und allezeit sein Thun dahin gerichtet hat" dem Kaiser Dienste zu erweisen „maßen er Kundschaften und Avisen, daran der kaiserlichen Armada viel gelegen vom Feinde selbst einholte oder auf seine Spesen einHelen ließ und sich stets bemühete allerlei Kleidung und Munitionsnotdurft der kais. Armada zu genügen und darüber viel Pferde zu Boden geritten". Als 1631 die Feinde in Böhmen einfielen „und auf uns und andere getreue Stände einen Anschlag gemacht" so war es Lazarus, „der die Sache zeitlich erfahren uns davon unterrichtet und vor der Gefahr gewarnt hat. Ostmal hat er sich und die Seinigen in große Lebensgefahr gesetzt und dadurch die Absichten der Feinde gehindert." General Graf Gallas, Commandirender in Böhmen erklärt (Pilsen, 29. Jan. 1634), daß Lazarus (hier wird er sächsischer Hofjude genannt), wie dieß ihm und anderen Generälen und hohen Officieren bekannt sei, viele wichtige Nachrichten aus dem feindlichen Lager der kais. Armee brachte und ebenso hat er wichtige Schreiben an gefährliche Orte, in welchen sich das kais. Volk befunden, befördert und selbst überbracht. Lazarus besorgte ferner wichtige Schreiben von ihm (Gallas) und von dem Generalcomissär Grafen von Witzelshofen an den Grafen Pappenheim durch seinen Bruder, der bereits auf der Rückkehr in Erfurt war und durch den Feind einen schmählichen Tod durch Ertränken erlitt. Lazarus hatte nun die Wittwe mit 8 Kindern zu versorgen. Lazarus brachte ihm stets wichtige Nachrichten aus dem feindlichen Lager. Octavio Piccolomini bestätigt (Pilsen, 10. Juli 1634) dem „bescheidenen und mannhaften" Lazarus dasselbe, daß dieser nämlich wichtige Nachrichten über den Feind brachte, hinzufügend: „wie er dann von meinem Regiment mit einer Compagnie Reiter beim Feinde eingefallen 76 Pferde außer den gefangenen so niedergehauen worden und eine Standarte bekommen". Lazarus hat das Heer mit allerlei Nothdurft auch mit Gewehr Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutsch!, m. 12

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