Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Deutschland
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 12)
- Language
- German
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170 Wolf: Zur Geschichte der Juden in Deutschland. Abschidt des nechst gehaltenen Augspurgischen Reichstag begriff Also daß sie hin furder anniche Verschreybung in und außerhalb der contrahirenden Christen Oberkheit auffgericht wurdt das dann dieselbige Crafftloß Nichtig und kein Recht darauff erkhennen soll und mit welchen fie vermainen vns arme gennzlichen Inn verderbnuß zu bringen. Also das ob wir schon nit vff liegend guetter lcyhen und die auch nit verschrieben oder eingesetzt werden sonvern mit amen bidermann auff Handtschriffren oder Verschreybungen die doch auch vor Redlicher Oberkheit auffgericht oder auff guetter trewen und glauben Contrahiren oder lehhen werden das dieselben vermainen das nur dießelben vnnser schuld beraubt sein sollen und ausstendig gellt also emperen mußten Allergdstr Kayser dieweill dann die Vrsach dieses Articuls Zne hochermellten diesen Abschidt nicht annders vnnser Clain verstand! nach dann damit die Christen Zre ligende guetter den Juden desto weniger verschreiben versetzen oder verpfenden solten verordnet das dasselbe nit bescheh on vorwißen und auffrichtung Zrer oberkheit darunnder dieselben guetter gelegen, so aber ain Jud mit einem Christen auff guetter vertrauen Hanndtschrifften oder sonnst verschreibungen die doch auch durch Eerlich Redlich Oberkheiten auffgericht werden und vnnerpfendung ligender guetter Contrahiren handlen oder lehhen werden das alsdann denselben Juden vermög aller Recht und billicheit auch angerehter vnnser habe nach Kays, frehhaitten vmb sein gellt wie billich wider legung und bezalung beschehen sollt damit wir armen dennnoch vnnser nothwendig leibsnarung haben khundt und nit so Ellenvt also gar verderbt verjagt und an bettelgericht wurden. Dann so daß allweg vor der contrahirenden Oberkheit worunnder der Contrahirende Crift soll beschech wurdt vnns arme mer Costen darauff dann wir gewyn darum haben möchten dann wir ann allen Orthen mit großen Zöllen Mauthen und gelaith beladen seind auch vnns vil Oberkheit Stett und Fleckhen verspört dahin mann vnns nit wandern oder Passiren laßen will. Allergdst Kayser so langt deßhalben an Ew. K. M. als vnnser alleiniger Herr und hechster beschirmer aller verlaßenen armen vnnser alleronderthsts anruessen und demüthiges bitten Ew. K. M. woll in gndstr Vedenkhung das wir all ains beschaffens vor Gott dem Allmechtigen sahn vnns arme gndst bedenkhen damit wir armen aller Kahserl und geschrieben Rechten auch habennd sreyheiten nit also entsetzt werden mechten allergndst einsehung thun und deklariren confirmiren und setzen das so hinfürder ein Christ mit einem Juden wurdt contrahiren und sich deß mit Hanndtschristen oder sunnst verschreybungen so vor Erlichen Redtlichen Oberkheiten vffgericht werden und nit mit ligenden vndpfandt versehen das solches armen vnnerfallen sein sollt, sonndern das zu haben und erlaubt sein soll und dß auch vnns armen zu solchen vnnsere Schulden vermög aller Recht verholffen werden soll und vnns armen von Newem rviderumb mit Kays, declarativ und Confirmatio allergst versehen das wollen wir arme vmb Ew. K. M. langkwierige glückselige Regierung Gott dem allmechtigen mit Vleiß zu bitten Nimmer Inn Vergessen stellen. Inn allervnderthst gehorsam Immer mehr verdienen. Ew. R. K. M. Vndthst arme gehorsame Gemeine Jüdischheit Gesandte.