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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 140

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Geschichte der Frankfurter Juden im dreißigjährigen Kriege
Date
1889-01-01
Page
Seite 140 (sequence 11)
Language
German
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140 Kracauer: Beiträge zur Geschichte der Frankfurter Juden dem erstgenannten Jahre brannte die Gasse vollständig nieder^). Die in den hiesigen städtischen Sammlungen aufbewahrten Bauteile, wie schön getriebene Mengitter, geschnitzte Treppenteile, Schlösser und noch anderes beweisen, daß die reichen Juden sich bemühten, ihre Wohnungen recht behaglich M gestalten. Infolge der Brände wissen wir aber auch über die inneren Sknrichtungen nichts?). In den Häusern bestand wohl schon damals eine eigentümliche Einschachtlung, indem zur Raumgewinnung in die Breite der Bewohner eines Stockes in einem Hause das anstoßende Stockwerk des Nachbarhauses mietete und dessen Wand durchbrach, während in dem Stockwerk darüber oder darunter der gleiche Fall umgekehrt vorkam. Im Erdgeschoß befanden sich die Verkaufsgewölbe. Die Häuser führten ihre besonderen Namen nach den Hauszeichen, welche an einem Arme frei in die Straße hinaushingen ^). Nach ihnen wurden die Inwohner genannt und von einander unterschieden. Die Namen find entweder von Tieren genommen (Ochs, güldner Löwe, güldner Affe, Eule, Wildente), oder von Früchten (Apfel, Rotapfel, gülden Birn), Bäumen (Tannen, Holler, Nußbaum), von konkreten Gegenständen (Zange, Wage, Weinbecher u. s. w.). Bon öffentlichen Gebäuden werden erwähnt in erster Reihe die Synagoge^), schon 1462 erbaut; sie diente nicht allein für den Gottesdienst, sondern auch zum Versammlungsort der Gemeinde bei wichtigen Vorfällen ^). Erlasse des Kaisers oder des Rates wurden hier vorgelesen; hier fand auch die Wahl der Beamten statt. Auf dem Merianschen Plan von 1632 stößt an die Synagoge nach Osten ein durch ein Thor Don der Gasse geschiedener Hos, in dem wir ein kleines Gebäude bemerken; dies ist wohl die Kahl- (Gemeinde-)stube, d. h. Amtszimmer der Vorsteher. Hier fanden ihre Beratungen statt, hierhin beriefen sie die streitenden Parteien oder die Angeklagten. Der Schlüssel zur Synagoge war in der Hand der Baumeister. das Haus Pflugs erster Teil mit Pflug Dagegen finden sich in den Beedebüchern noch folgende Häuser: Zum Barben, zum Dattelbaum, zum roten Hahn, (oder identisch mit ..zum Hahn"?) zur giildnen Hand, zu der Heppen (auch Happen), zum roten Hirsch, zur weißen Kannie (oder identisch mit zur „Kannte"?), zum Kessel, zur güld. Krone, zum Krug, zum güldnen Reif, zum güldnen Ring, zum Schilt, zur Taube, zur grünen Traube, zur weißen Tranbe, zum Weiler. Dagegen konnte ich in den Beedebüchern nicht finden: „zum Bisamknopf, zum Hay, zur Münz, zum Apfel". ') S. Schudt, Großer Judenbrand zu Frankfurt, Teil I, Buch VI, S. 70 ff. 2) Doch vgl. den Aufsatz von Schnapper-Arndt: Jüdische Interieurs zu Ende des 17. Jahrhunderts in dieser Zeitschrift Band II, S. 182. 3) Lersner I, 442. 4) 1603 erbauten die Juden eigenmächtig eine zweite Synagoge, „die kleine Schul" genannt, in der Nähe der großen Synagoge, s. Batton V, 303; in unseren Nachrichten wird ihrer aber nickt gedacht. y Nach § 82 der Stättigkeit „sollen aller Juden Häuser verschlossen und zugehalten sein, wimn die Judenschafst in der Svnagog nach ihrer Ordnung bei einander find." Pflugs anderer Teil „zur güldnen Zange' ,»;um güldnen Haas^ „Min Widder" „zum weißen Widder „zum Windelsteg". güld. Pflug „zur Zange" „zum Haas" ..zum Schwindelsteg"

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