Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 139

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Geschichte der Frankfurter Juden im dreißigjährigen Kriege
Date
1889-01-01
Page
Seite 139 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2259275-2259329-2259332-2263992--1073-2264066
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

im dreißigjährigen Kriege. 139 Ursprünglich war also die Gasse luftig und durchaus gesund, aber schon zu Anfang des 17. Jahrhunderts begann sie jenen düstern, lust- und lichtlosen Charakter anzunehmen, durch den sie späterhin so berüchtigt ward. Innerhalb dieses geringen Raumes war nun eine Bevölkerung von über zweitausend Seelen zusammengepfercht. Infolge dessen mußte der Platz für Wohnungen möglichst ausgenutzt werden, so daß die Gasse an vielen Stellen nur 12 Schuh, an den breitesten dagegen 15—16 Schuh maß'), und da man außerdem, je größer der Zuwachs ward, die ursprünglich einstöckigen Häuser immer mehr in die Höhe baute?), so war die Gasse immer dumpfig und feucht. Daher auch die große Sterblichkeit besonders in der zweiten Hälfte des Krieges. Für den Anfang des 17. Jahrhunderts besitzen wir ein freilich nicht offizielles Verzeichnis der Häuser nebst Angabe der darin befindlichen Haushaltungen. Man zählte ersterer 195, und zwar III Häuser rechter Hand von der Bornheimer Pforte und 84 linker Hand. Nach dem Verzeichnis wohnten in Die Häuser waren Fachwerkbauten mit steinernen Fundamenten. Brandmauern fehlten, wie überhaupt bei allen Bauten in der Stadt, daher die furchtbaren Verheerungen bei den Bränden 1711, 1721, 1796. In ') Batton 1. e. 299. ") Die Stättigkeit (§ 45) verbot über drei Stockwerke hinaus zu bauen, ebenso etwas an den Wohnungen zu verändern, — sei es hinzuzubauen oder abzureißen — ohne daß die Rechenherrn zuvor eine Besichtigung vorgenommen hatten und vom Rechenschreiber die Veränderung einregistriert worden war (§ 43). 3) Das Verzeichnis abgedruckt bei Schudt, Teil VII No. III S. 195 ff. und 151 ff. Die Namen dieses Verzeichnisses stimmen im allgemeinen mit den Namen der Häuser, wie sie uns die Beedebücher von 1618—1648 liefern, überein. Für identisch sind wohl zu halten: Im Schudt'schen Verzeichnis: In den Beedebüchern: 56 Häusern je 1 Haushaltung ^). Das Haus „zum Bären" mit „zum schwarzen Bären" „zur Ente" „zur weißen Gans" (?) „Gutteroffen" „zur Schachtel" „zur Scheuer" „zur Leiter" „zur güldneu Kannte" „zur Kannte" „zum schwarzen Mohr" „zur Weintraube" „zum güldnen Roß" „zum weißen Roß" „ „zur Wildente" „ „zur Gans" „ „zum Guttruf" „ „z. güldn. Schachtel" „ „z. güldn. Scheuer" „zur güldn. Leiter" „ „zur güldn. Kann" „ „zur Kann" „ „zum Mohr" „ „zut- ^.luuvc „ „z. güldn. Rößlein" „ „z. weißen Rößlein" „zur Traube" „ „ ,,S' tvctpc» ^vptrt» Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutsch!. III. 10

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.