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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 119

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Besteuerung der Juden durch Kaiser Sigmund und König Albrecht II.
Date
1889-01-01
Page
Seite 119 (sequence 13)
Language
German
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durch Kaiser Sigmund und König Albrecht II. 119 König zu zahlenden Summe beraten. Die Juden von Frankfurt besorgten, wie die Stadt an ihre Gesandten (nach Nürnberg) meldet^), dasselbe werde vielleicht nicht ausgeführt, weil die Fürsten und Herren ihre Juden nicht so hoch besteuern, sondern die Last auf die Juden in den Städten wälzen möchten. Wie aus anderen Gebieten des öffentlichen Lebens im späteren Mittelalter, tritt auch hier der Gegensatz der Städte- und der Herrenpartei zu Tage. Dem Könige selber und seinen Finanzmännern war es freilich vor allem darum zu thun, Geld zu erhalten. So schreibt jener 1439, Februar 22 an Konrad von Weinsberg, falls die Juden bereit feien, jetzt 20000 fl. und die übrigen 20000 fl. zwischen Ostern und Pfingsten in Nürnberg zu deponieren, dann möge er die Sache beschließen, wie ausgemacht worden sei; weigern sich aber die Juden, dann wolle er sich auch nicht weiter an das Übereinkommen halten Der in Aussicht genommene Termin wurde nicht eingehalten, denn der König mußte für den Sommer neue Verhandlungen über die noch immer nicht erledigte Angelegenheit des dritten Pfennigs anberaumen, welche Juli 25 zu Nürnberg und August 24 zu Mainz stattfinden sollten 2). Zur Führung der Verhandlungen auf den beiden Tagen, zur Entgegennahme der geforderten Gelder und zur Quittierung wird Konrad von Weinsberg bevollmächtigt ^), welcher denn auch am 25. Juli nach Nürnberg kam und dort bis 6. August verweilte 5). Wie in Nürnberg, so erschien er auch in Mainz zur vorgeschriebenen Zeit^). Von hier aus aber hatte er August 24 dem König zu melden, es sei Niemand von der Judenschast wegen in Mainz eingetroffen; viele Juden seien aus dem Reiche ausgewandert und aus den Reichsstädten vertrieben^). In Augsburg und in etlichen Städten am Bodensee habe er der flüchtigen und der Stadt und der mit ihr verbündeten Städte von des 3. Pfennigs wegen auf s. Jacobs Tag nach Nürnberg entboten habe, so wollen sie das Ladeschreiben den Städten ihres Bundes mitteilen; sie bemerken, daß ihre Juden schon zweimal, wie er befohlen, mit seinen Räten zu Nürnberg getagt haben; den Grund, weshalb nichts ausgerichtet worden, kennen sie nicht, sie wollen aber ihre Juden veranlassen, auch jetzt wieder der Mahnung zu entsprechen. (Oehr. e. L 55 or. ed.) Ulm erinnert hier wol an den Nürnb. Tag v. 1438. 5) Man vgl. das in Janssen Reichskorrespondenz 1, 468 vr. 835 abgedruckte Schreiben, welches auch berichtet, in Frankfurt seien nicht mehr als sieben Paare Juden mit Gesinde, (vgl. Kriegk, Franks. Biirgenwiste S. 433 und 547—548). Aus einem Briefe Quedlinburgs an König Albrecht 1438 Juli 11 mag die Nachricht angeführt werden, daß sich damals dort nur 3 Juden und 3 Juden-Wittwen mit ihren Kindern befanden. (Oehr. 1. 0. L 55 or. ed.) 2) Oehr. 1. c. H 26 or. ed. 3) Die beiden Ausschreiben sind gerichtet an alle Juden im Reich und tragen dasselbe Datum: Mai 1 (Oehr. 1. e. II 49 or. ed.). Zürichs Juden werden nach Nürnberg aus Juli 25 geladen (a. a. O. or. ed.). Ulm erklärte sich bereit, dasür zu sorgen, daß dem Rufe des Königs Folge geleistet werde (s. 0. S. 118 Anmk. 5). 4) Die Urkunde des Königs 1439 'Mai 1 in Oehr. 1. v. D 50 or. wemdr. Ein Regest davon bei Lichnowskv 1. e. Regg. Nr. 4260. -) Bibliothek des lit. Vereins 18, 74.' °) A. a. O. 78 und 79. 7) Waren sie nach Italien geflüchtet, so drohte freilich auch dort ihnen das Schicksal, von einem Bevollmächtigten des Königs des dritten Teils ihrer Habe beraubt zu werden, ck. Lichnowskv I. 0. Regg. Nr. 4308.

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