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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 114

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Besteuerung der Juden durch Kaiser Sigmund und König Albrecht II.
Date
1889-01-01
Page
Seite 114 (sequence 8)
Language
German
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114 Kerler: Zur Geschichte der Besteuerung der Juden gekrönten Kaiser gegenüber bestehe. Da er der erste Kaiser des römischen Reiches deutscher Nation ist, welcher nach semer Kaiserkrönung eine Ehrung und Schenkung von den Juden beansprucht so ist es trügerisch, wenn er sich für dazu berechtigt ausgiebt als ein römischer Kaiser nach altem Herkommen seiner Vorfahren am Reich 2). Wann meldete er seine Ansprüche an? Jedenfalls noch im Krönungsjahr, denn schon am 18. November 1433 schreibt er an die Juden, die unter Herrn Dietrich zu Isenburg gesessen, er verwundere sich darüber, daß sie sich in Betreff der Steuer, die er als römischer Kaiser zu fordern habe, so lässig zeigen, fordert, da er zur Bereinigung dieser Angelegenheit Vertreter der ganzen Judenschaft des Reiches auf kommende Lichtmeß 1^1434 Februar zu sich nach Basel entboten habe, auch ihre Boten auf die angegebene Zeit dorthin, und gebietet, dieselben unbelästigt hin und zurückreisen zu lassen Von dem hier in Aussicht genommenen Tage hat sich ein wichtiges Schriftstück erhalten, die Liste der geladenen Indens. Ob aus ihren notizenartigen Angaben') erschlossen werden kann, wer erschienen und wer sich ferne gehatten, mag dahingestellt bleiben. Sehr werthvoll sind die Bemerkungen, denen die Ergebnisse der mit den einzelnen Abgeordneten geführten Verhandlungen entnommen werden können. Man gewinnt aus ihnen einen Einblick in die finanzielle Leistungsfähigkeit der Juden in einem großen Theile des deutschen Reichs, man sieht, wie weit verbreitet sie waren und wie sie sich in allen größeren Städten festgesetzt hatten, und endlich erhält man ein deutliches Bild von den Verhandlungen selbst. Das Geschäft der Eintreibung der Steuer wurde im Namen des Kaisers wie früher von Sendboten ^) besorgt, welche, meist paarweise, bestimmte Bezirke zu bereisen und die gesammelten Gelder an Konrad von Weinsberg, den Generalagenten^) einzuliefern hatten. So wendet sich Sigmund 1434 März 23 an die Juden ') Nach Stobbe a. a. O. 18. — Dem Vorqang Sigmunds folgte Kaiser Friedrich III., vgl. Spieß archiv. Nebenarbeiten 1, 127—128. 2) So spricht sich Sigmund aus in dem Vollmachtsbrief für Konrad von Weinsberg 1434 April 23, der gedruckt ist in Hanßelmann weiter erläut. . . . Landes- Hoheit des Hauses Hohenlohe Beyl. XXII. S. 89-90. Die Königin Barbara bezeichnet in Übereinstimmung mit ihrem Gemahl die eneenis. et muners. . . . p08t . . . eoronaeionis Lollernpnia als tridni solita st oonsusta, s. a. a. O. XXIII. S. 90. 2) Das sehr unvollständige Regest in neue Beyträge von Alten und Neuen Theologischen Sachen ... auf das Jabr 1754 ergänzten wir aus dem Original in Oehringen Fürstl. Hohenloh. Hausarchiv Weinsberg. Registr. 31. Warum das Schreiben nicht expediert wurde, ist nicht ersichtlich. 4) S. Beilage II. b) Die Notiz: Das destet inne, d, h. die Sache ist für sie nicht erledigt — kann sich auf die Nichtgekommenen beziehen, jedoch auch auf diejenigen, welche zwar der Einladung gefolgt waren, mit denen man aber nicht handelseins geworden war. e) Wir drucken die Instruktion der Steuerkommissäre um ihres höchst charakteristischen Inhalts willen vollständig ab, s. Beil. I. y Kaiser Sigmund beauftragte 1434 April 23. den Konrad von Weinsberg, die Kronsteuer von den Juden einzufordern, sowie die rückständigen Iudengülten einzutreiben, Rabbi ab- und einzusetzen, und diejenigen, die er also bestellet, mit der Befugnis auszurüsten, über die Judenschaft zu richten und Juden in jüdischen Bann zu legen; ferner soll er die Vollmacht haben, redliche Leute zur Ausrichtung dieser Aufträge auszusenden. Das kaiserl. Schreiben ist schon in Anmk. 2 citiert.

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