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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 2 · p. Seite 110

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 2
Article
Zur Geschichte der Besteuerung der Juden durch Kaiser Sigmund und König Albrecht II.
Date
1889-01-01
Page
Seite 110 (sequence 4)
Language
German
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110 Kerler: Zur Geschichte der Besteuerung der Juden sollen 2). Auch andere Städte waren bestrebt, die ihren Juden drohende Bedrückung abzuwenden. Von Augsburg und Frankfurt wissen wir, daß sie, bevor sie ihren Widerspruch einlegten, nach dem Verhalten anderer sich erkundigten 2). Sie wandten sich dann an den König, um von ihm die Rücknahme der Steuergebote zu erwirken. Die Juden Augsburgs zogen es vor, ohne Sigmunds Dazwischenkunst abzuwarten , den Pfalzgrafen auf eine uns nicht bekannte Weise zufrieden zu stellen ^). Während sich hier die Schwierigkeiten verhältnismäßig leicht lösten, verschärfte sich in Frankfurt der Konflikt durch das Vorgehen des Markgrafen von Baden, der kraft der ihm ertheilten Vollmacht, die ungehorsamen Juden zu ächten und in die Acht zu thun als Juden-Recht und Gewohnheit ist^), verfuhr6). Nachdem König Sigmund noch im Jahre 1423 Frankfurt nachdrücklich aufgefordert hatte, dem Märkgrafen oder dessen Sendboten bei der Einziehung des als Kriegssteuer geforderten dritten Judenpfennigs behilflich zu sein 6), beauftragte die Stadt ihren am königlichen Hofe sehr angesehenen Mitbürger Walter Schwarzenberger mit der Vertretung der Interessen ihrer Juden, welche sich ihrerseits bei der Deckung der Kosten der Gesandtschaft nach Ungarn mit einer nicht unbedeutenden Summe betheiligten. Der König entschied endlich den langwierigen Handel zu Gunsten Frankfurts^). Einen glatteren Verlauf hatte die Angelegenheit in Regensburg genommen, wenn schon hier die Zurückweisung der Ansprüche des Pfalzgrafen Johann von Neumarkt durch Sigmund nur bedingt erfolgte 8). Noch weniger aber wurde Köln von dem Steuergeoot berührt: ohne sich um das Reichsoberhaupt und den Markgrafen von Baden viel zu kümmern, dessen Steuerbezirk den Rhein hinab bis Köln reichte ließ der Erzbischos Dietrich von Köln den „von des Markgrafen wegen um der Juden willen" dort eingetroffenen Münzmeister Bernhards von Baden festnehmen und der Stadt verweisen: äanve — u8 8iv6 Zvaäen iv ouek kaint. <Zoin Iai886v, schreiben die Kölner trocken und verständlich an Mainz ">). t) Kex68ta Loiea 13, 51 f., vgl. RTA. 8, 398 nt. 2. 2) Vgl. RTA. 8, 269 Qt. 1 und 273 nr. 232; dann a. a. O. 248-249 »r. 203; 249—250 nr. 204 art. 3 und 5. 3) RTA. 8, 270 M. 3. Frensdorfs spricht in Chroniken der deutschen Städte 5, 372 -374 näher von den Bemühungen der Stadt, ihre Juden gegen den Pfalzgrafen zu schützen. 4) RTA. a. a. O. 177, 18—21. 5) A. a. O. 275, 17 u. 18. e) A. a. O. 274-275 nr. 234. y A. a. O. 275 nt. 1. Vgl. Janssen Frankfurts Reichökorresp. 1, 341—342 vr. 610. 5) A. a. O. 240-241 nr. 194. Die Urkunde hat das Datum: 1422 September 26. Die Ansprüche des Pfalzgrafen beruhten aus dem S. 108 erwähnten königlichen Erlaß 1422 August 14 in RTA. 1. o. 156 nr. 144. °) A. a. O. 176, 37. A. a. O. 269 vr. 227. — Nach Aschbach Gesch. Kaiser Sigmunds 3, 460 -461 Regest zu 1426, November 10 trifft der König noch in dem genannten Jahre eine Verfügung wegen Erhebung des dritten Judenpsennigs, die wir aber ans Mangel an Nachrichten nicht verfolgen können.

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