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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 1 · p. Seite 104

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 1
Article
Nachträge und Berichtigungen
Date
1889-01-01
Page
Seite 104 (sequence 2)
Language
German
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104 Nachträge und Berichtigungen. in Worms mittheilte, wird in den dortigen gedruckten, ebenfalls aus dem Anfang des 17. Jahrh. herrührenden Minhagim das deutsche Wort „Uhr" in der That mit "ipitt wiedergegeben. M. Stern. Zu Bd. II, S. 256. Die zwei hebräischen Worte „adabroh wajiruach" in der ersten Zeile des 23. Liedes übersetzt Rosenberg (A. 3) folgendermaßen: „ich werde sagen und verkünden". Jedoch sind die Worte aus der RedeEühu's, Hiob 32,20 genommen und müßten vollständig lauten: adabbra wejirwach li ""^N -"N??d5.). Dem Reim mit schnach (mn) zu liebe ist das Wörtchen ausgelassen worden. Die Phrase bedeutet: „ich muß (laß' mich) reden, damit mir leichter werde", eig., „damit mir Luft werde" (Luther: „daß ich Odem hole"). Zu S. 282, in Zeile 5 der zweiten Strophe heißt es: „ein Mensch sei so weich als ein rer". Könnte das nicht dem bekannten Talmudischen Spruche (Taanith 20a): 71^2 1"! 557p O^x^ 71551» .-ZN? 55.1' ^551 „Stets sei der Mensch weich wie das Rohr und nicht hart wie die Ceder" entnommen sein? Oder könnte man in der letzten Zeile anstatt „rennen" lesen „tennen" (-Tannen)? Dann wäre der Gegensatz zu „rer" (Rohr) gefunden und zwar ein dem 7155 des hebr. Spruches sehr entsprechender. Anstatt der Ceder nannte der Dichter die verwandte Tanne. Damit wäre auch die auffallende Erwähnung des Rennthiers beseitigt. W. Bacher. Zu S. 304. Frau v. Ehbenberg wird in einem neuerdings bekannt gewordenen Briefe Goethes 1803 (Vierteljschr. f. Litgesch., 2. H., S. 267) als Botin an den Herzog Karl August bezeichnet und Folgendes von ihr gesagt: „Da die zarten Lippen und die spitze Zunge dieser Freundin eine weit bessere Schilderung der Carlsbader Verkommenheiten zu liesern im Stande sind als meine Feder, so beziehe ich mich auf dieselbe, überzeugt, daß Ew. Durchl. auf diesem Wege wundersames genug und fast unschreibbares vernehmen werden". — Mehrere bisher ungedruckte Briefe Goethes an Frau v. Ehbenberg wird Rollett im 11. Band des Goethe-Jahrbuchs (Franks, a. M. 1889) veröffentlichen. Zu S. 328. Sehr beachtenswerth ist die Stellung einiger Widertäufer zu den Juden. Daß einzelne, die später in ihre Reihe traten, heftig gegen die Juden agitirten, ist an dem Beispiele Hubmaiers gezeigt (S. 315); wie lau Seb. Frank, der doch zu den Widertäufern gerechnet wurde, für sie empfand, ist gleichfalls dargethan (S. 318 fg.). Aber es liegt durchaus in der Natur der Sache, daß die Verfolgten, die in der Minorität Befindlichen zusammenhalten. Daher ist es nicht wunderbar, daß einzelne Widertäuferische Lehrer sich geradezu an die Juden wandten und von ihrer Errettung das Kommen des Reiches Gottes abhängig machten. (Vgl. Uhlhorn, Urbanus Rhegius, Elberfeld 1861, S. 309, 368.)

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