Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 1 · p. Seite 67

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 1
Article
Joselmann von Rosheim und seine Nachkommen
Date
1889-01-01
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2259275-2259329-2259331-2263841--0978-2263940
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Miscellen. 67 hochgedachtes unsers AnHerrn Hoff, löblicher Gedächtnuß, und der Unterlandvogteh zur Hagenau unnd in derselben Landsarth seinem Staudt undt Weesen nach unstraffbar nnd wohl gehalten, wie er dann auch seithero in gemeiner Judischheit Geschafften auf Reichstagen unnd anderswo mit treuen embsigen Fleiß, auch hievor in unserm jüngsten Zug in Frankreich unnd in diesen nechstvergangenem Krieg mit Geld und Proviand dasselbig unserm Kriegsvolck zu fördern gehorsamlich nach seinem Vermögen bewiesen." ^) Im übrigen stimmt der Schutzbries Joselmanns mit den sonstigen gleichartigen Schriftstücken Karls fast wörtlich überein. Es wird noch die besondere Erlaubnis hinzugefügt, sich an allen Orten, wo bereits Juden wohnen, niederlassen zu können. Für jedesmalige Uebertretung des Schutzbriefes ist eine Strafe von zehn Mark lötigen Goldes zu entrichten. Dieser Schutzbrief Joselmanns von Rosheim kam auch seinen Nachkommen zu gute. Am 6. Dezember 1570 ward die Urkunde von Maximilian II. zu Speyer für den Sohn Joselmanns „Gersel, Jud von Türkheim, desgleichen sein Bruder Moyses unndt ihr beider Kinder als Moyses unnd Raphael, Bürger zu Frankfurt, unnd seine Töchter, auch Schwestermann" erneuert. Wir lernen hier zwei Söhne Joselmanns, Gersel und Moyses, kennen. Auf den letztgenannten hat M. Lehmann als den Vater des Rabbi Eliahu Baal Schem hingewiesen.^) Ein anderer Sohn Joselmanns, Namens Jakob, vermutlich der Aelteste, war in Rosheim ansässig. ^) Derselbe war 1570 wohl schon verstorben. An seiner Stelle wird in der Urkunde ein zweiter Sohn, nämlich Gersel, in Türkheim wohnhaft, erwähnt. Er trägt den Namen seines Großvaters ^) und hat sich jedenfalls auch Verdienste erworben, sodaß Maximilian von „seiner unterthenigen Dienstbarkeit, so er uns erzeiget" sprechen konnte. Als einen Sohn des Mohses bezeichnet Lehmann, wie bereits bemerkt, den Rabbi Eliahu Baal Schem oder Elia Loanz, geb. 1551 in Frankfurt a. M., gest. 1636 in Worms. ^) Er ist wohl mit t) Vgl. das Tagebuch Joselmanns zu den Jahren 1545—1547. 2) Israelit 1880, S. 748. 2) Revue Xlll) 258. Wie schon Lehmann bemerkt, rührt eine hebräische Handschrift der Oxforder Bibliothek (Compendium des Mordechai) von ihm her. Siehe Neubauers Catalog Nr. 674. 4) Ioselmann selbst schreibt sich 12 "Joseph Sohn des Gerson" s. das Faksimile seiner Unterschrift im Israelit 1880', S. 747 und die Mitteilung über den Schluß eines in München befindlichen Aktenstücks in Revue XVI, 105. 5) Seine Grabschrist ist abgedruckt bei Levysohn, Sechzig Epitaphien von Grabsteinen des israelitischen Friedhofes zu Worms, is. 59. Die auf ihn bezügliche Stelle des Wormser Memorbuches) lautet in deutscher Übersetzung: „Unser Lehrer, der hochgelehrte Rabbiner R. Elia, Sohn unsres Lehrers, des Rabbiners R. Mose, weil er' die Thora in Israel ausgebreitet hat: Das ist unser hochgelehrter Rabbiner Elia, der hier in Worms Rabbiner war, sowie in Fulda, Hanau, Friedberg, und Metz. Er schrieb einen Commentar auf den Sohar außer andern talmudischen Novellen, die er in verschiedenen Büchern veröffentlicht hat. Er war auch Borbeter und Schreiber; und der Geist der Geschöpfe ruhte auf ihm. Er starb hier in Worms mit einem guten Namen am Donnerstag, 21. Tammus 396 n. d. kl. Zeitrechnung (25. Juli 1636)." Siehe auch Levysohn im Magazin f. d. Wiss. d. Jud. 1877, 52 — 53. 5*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.