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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 1 · p. Seite 68

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 1
Article
Joselmann von Rosheim und seine Nachkommen
Date
1889-01-01
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
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68 Miscellen. dem Raphael unsrer Urkunde identisch. ^) Den Namen Mohses trug gleichfalls der Sohn Gersels. Auch die weiteren Nachkommen zehrten an dem Verdienste des großen Vorfahren. So ward der Schutzbrief Joselmanns auf's neue von Kaiser Matthias bestätigt, und zwar für „Josel Judens von Rosheim und Gersels hinterlassene Erben": Jsaac zum Lindtwurmb, Jsaac zum Haanen, Nathan, Liebman, Moyses, Elias, Josel und Daniel. Am 6. September 1630 wurde dann der Schutzbrief zu Regensburg von Kaiser Ferdinand II. bestätigt und von neuem ausgestellt. Die Bittsteller waren diesmal vier Frankfurter: Josel Joseph zum Vogelgesang, Jsaac zum Lindwurm, Nathan zum Pflug, Jsaac zum Haanen und drei Wormser Juden: Liebmann von Weneggen, Wendel zu Gänsheim, und Wolff zum Wolfis) Die betreffende Urkunde umfaßte 7^ Blatt Pergament und war durch eine schwarz-gelbe Seidenschnur zusammengehalten, an der das in rot-gelbes Wachs gedrückte große kaiserliche Siegel hing. Auf Ansuchen Mendels zu Gänßheim wurde schließlich von dieser Urkunde Ferdinands eine Abschrift gefertigt und diese mit einem Vidimus und dem Siegel der Stadt Frankfurt versehen. Das letztgenannte am 16. Mai 1631 ausgestellte Schriftstück ist uns im Archive des germanischen Nationalmuseums erhalten. Sein Wortlaut ist folgender: sM. 1a^ Wir Ferdinand der Ander von Gottes Gnaden, erwöhlter Römischer Kehser zu allen Zeiten Mebrer des Reichs, in Germanien, zu Hungarn, Böheim, Dalmatien, Croatien unnd Slavonien zc. König, Ertzhertzog zu Oesterreich, Hertzog zu Burgundt, zu Brabant, zu Stehr, zu Kärnten, zu Crain, zu Lützemburg,^) zu Würtemberg, Ober unnd Nider Schlesien, Fürst zu Schwaben, Marggrav des heiligen Römischen Reichs, zu Purgau, zu Mähren, Ober unndt Nider Laußnitz, gesürster Grav zu Habspurg, zu Tyrol, zu Pfierdt, zu Kyburg unnd zu Görtz, Landgrav im Elsaß, Herr auf der Windischen Marck, zu Portenau unndt zue Salins :c. bekennen öffentlich mit diesem Briefs undt thun kund allermenniglich, daß uns Josel Joseph zum Vogelgesang, Jsaac zum Lindtwurmb, Nathan zum Pflug, Jsaac zum Haanen, alle Juden in unser unnd des heiligen Reichs Statt Franckfurt, wie auch Liepmann von Weneggen, Wendl Jud zum Gänßheim und Wolfs zum Wölls in Wormbs einen Schutz, Schirm unnd Glaidtsbrieff, so von wehland 1) Elia Loanz befand sich also 1570 noch in Frankfurt a. M. Dort war Akiba Frankfurt sein Lehrer. Die volle Identität Elias mit Raphael ist allerdings beim jetzigen Stande unsrer Kenntnisse noch nicht entschieden bewiesen. So führen von zwei Kindern des Elia Loanz der eine den Namen Elia, der andere den Namen Raphael. 2) Von den Sieben erscheinen bereits bei der Bestätigung durch Matthias: Jsaac zum Lindwurm, Jsaac zum Haanen, Nathan (zum Pflug), Liebmann (von Weneggen). Der dort genannte „Josel" ist vielleicht mit Josel Joseph zum Vogelgesang identisch. Der Vollständigkeit wegen sei noch hinzugefügt, daß ein Sohn Raphaels (des Rabbiners Elia Loanz), Namens Joselmann, 1670 (nicht 1671!) als Cantor in Mainz stirbt (s. Lehmann a. a. O.). Der Name ist also bei Levysohn (a. a. O.) einzureihen, wo Kinder und Enkel des Elia Loanz genannt werden. Es begegnen uns auch hier wieder die in der Familie üblichen Namen: Jsaac, Elias, Moses, Mendel, Raphael. a) Vorl. Lützemberg.

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