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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 1 · p. Seite 52

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 1
Article
Die Erziehung der Juden in der Provinz Posen durch das Elementarschulwesen
Date
1889-01-01
Page
Seite 52 (sequence 24)
Language
German
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52 A. Warschauer, Die Erziehung der Juden Lehrer gegeben würden. Sie fürchteten, daß es anders werden würde, sowie die Lehrer fest angestellt würden. Auch die Wahl eines Schulvorstandes würde Schwierigkeiten machen, weil sich keiner dazu hergeben würde, auch die Lokalsrage würde sich nur schwer erledigen lassen." Aus den Bericht des Landraths erwiderte die Regierung: „Auf die Ausflüchte der Judenschaft kann auf keine Weise eingegangen werden, und wir tragen Ihnen auf gegen sie mit allem Nachdrucke zu verfahren." Der Landrath instruirte demzufolge den Bürgermeister, ohne Weiteres drei Schulvorsteher wählen und durch dieselben die Repartition der Schulbeiträge und den Etatentwurf anfertigen zu lassen. Am 29. März 1832 wurde auch schon die vollzogene Wahl gemeldet und die Repartition und der Etat eingereicht, der mit 376 Thlr. balancirte. Zugleich reichten die Juden aber noch einen Protest gegen die Errichtung der Schule ein. Hierauf verfügte aber die Regierung an den Landrath: „Auf die Weigerung der Judenältesten daselbst kann keine Rücksicht genommen werden, indem die Gründe, die sie gegen die Errichmng einer besonderen Schule vorbringen aller Orten und bei den christlichen Gemeinden fast noch mehr als bei den jüdischen vorhanden sind. Nur unter der Bedingung können sie von der Einrichtung einer eigenen Schule entbunden werden, wenn sie sich an die christliche Schule anschließen und für den Unterhalt zweier christlichen Lehrer an derselben aufkommen wollen. Anderenfalls muß der auskömmliche Gehalt für zwei jüdische Lehrer und für ebensoviel Unterrichts- und Wohnlokale aufgebracht werden. Für den ersten Lehrer werden 120 Thlr., für den zweiten 100 Thlr. ausreichen. Hiernach lassen Sie noch einmal mit den jüdischen Schulvorstehern verhandeln u. s. w." — Natürlich wählte die Gemeinde unter solchen Umständen die eigene Schule, und im December desselben Jahres war dieselbe schon eröffnet. Die beiden Lehrer unterrichteten in zwei gemietheten Klassenlokalen, in 5 Stunden wöchentlich wurde Religionsunterricht — aber nicht hebräisch — von ihnen ertheilt, doch nahm die Gemeinde bald für den hebräischen Unterricht noch einen Lehrer an, den sie aber sofort entlassen mußte, da er nicht geprüft war. Später übertrug sie den hebräischen Unterricht in Pentateuch und Tnach einem der beiden Lehrer gegen eine jährliche Zulage von 40 Thalern und gegen die Verpflichtung die Knaben in ihren hebräischen Kenntnissen von einer Gemeindekommission in bestimmten Zwischenräumen prüfen zu lassen. In denjenigen Städten nun, in welchen die Einrichtung solcher öffentlichen jüdischen Elementarschulen durchgesetzt wurde, konnte bei Ausübung des Schulzwanges und bei Beseitigung der Winkelschulen mit voller Strenge verfahren werden, und besonders wenn der Lehrer ein pflichteifriger Mann und eine unabhängige Natur war, konnte er durch genaue Führung der Schulversäumnißlisten viel wirken, und gerade deshalb war er mit den Rechten eines öffentlichen Beamten ausgestattet worden, und die Regierung hielt auf die Unkündbarkeit der Lehrerstellen mit voller Schärfe ^). Daß Ein Rundschreiben der Posener Regierung an alle Landräthe schärft am 12. Juni 1834 ein: „Es kommen noch häufig Fälle vor, daß jüdische Schulvorstände ungeachtet der bei jeder Schule vorhandenen und von der Kgl. Regierung bestätigten Schulkassenetats zum Nachtheil des Schulwesens mit den Lehrern Kontrakte auf die

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