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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 1 · p. Seite 18

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 1
Article
Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
Date
1889-01-01
Page
Seite 18 (sequence 5)
Language
German
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18 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher In die Schlußgruppe stelle ich in chronologischer Folge die fünf HMrW^en^Lieder der Sammlung. — Nicht ein politisches, sondern ein Merarisches NMiffs^ Schreiber zur Aufzeichnung dieser Lieder veranlaßt zu haben. Denn der Parteistandpunkt ist fast in jedem Liede ein anderer. Während die protestantische Richtung das Meideburger Lied vertritt, waltet ein durchaus katholisches Parteibewußtsein vor in dem Liede „Nun heb ich an zu singen" (vgl. Nr. 55); in eben diesem wird ein Sieg über eine holländische Abteilung gefeiert, und unmittelbar vorher finden wir das patriotische Geusenlied „Wilhelmus von Nassaue". Daß aber einige dieser Lieder Holland und Polen betreffen, ist vielleicht nicht zufällig, da den Sammler ein Interesse an den zahlreichen Judengemeiuden dieser Staaten auf dieselben geführt haben mag. 51. Das weitverbreitete Lied des Hans von Würzburg ^von äer Zedlaelit vor I>avia Sesekekeu" ^) hat auch hier Eingang gefunden. Sachlich bietet diese Aufzeichnung (Ms. S. 81—85) nichts Neues. Von den zahlreichen formellen Varianten erscheint mir erwähnenswert, daß hier am Schluß jeder Strophe die beiden letzten Silben wiederholt werden, was vielleicht auf eine andre als die von Böhme angeführte Melodie hinweist, z. B. Str. 2 Ho, loren; Str. 3 Ho, leden:c. In der ersten Strophe muß dem Schreiber wohl die Zählung der Juden in den Sinn gekommen sein, denn die ))künk" ist ihm vor die „tausend geraten (B. 5 6a8 Zeseliaen als mau sekreikt iunL tusenä dunäert Har). Beabsichtigt aber ist die Aenderung 21, 5: sie rieben Sott vun kimmel an (Lil. sie ruften Naria Aots runter an), und vielleicht schrieb er 22,5 Kirmes und nicht Tirek^veik, weil ihm dieses Wort anstößig war, und da sein Sprachbewußtsein in Kirmes die eigentliche Zusammensetzung „kirekmesse" nicht fühlte. 52. Eine interessante Fassung hat hier das Lied „von 6er Leleg-erunA äer ^eräeu Ltaät Na^äedur^ 1551".-) 1. Meideburg halt dich feste, du wol gebauawtes hus, dir kumen vil ftömde geste, die wellen dich treiben aus. 2. Die gest, die do kumen, die sein eitel münch und pfaffenknecht, hilf,s) du reicher gott vun Himmel, mach alle sachen gerecht. 3. Zu Meideburg uf der brücken, da ligen drei hündelein, sie bellen sich obend und morgen, sie lossen keinen Spanier nit ein. 4. Zu Meideburg uf^) dem marke, _ dar stet ein eisur man: 1) historische Einleitung und Abdruck des Liedes bei Liliencron III, 425 f. Nr. 372. 2) histor. Einleitung bei Lil. IV, 499 f. Die Fassung unseres Ms. ist schon abgedruckt von Neubauer, Revue 6es etuäes ^uive8 1882 S. 147. 3) Ms. Muk. bei Neubauer, a. a. O. irrtümlich „unäer«.

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