Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 3)
- Language
- German
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16 Felix Rosenberg, Ueber eine Sammlung deutscher den hat der dieb auch mit. ich muß gan sehen us die strat". „nein!" sprach der Wirt, „e das ir gat, secht was hier zu bezalen stat!" 25. Ein güldenkrun mußt er noch geben für trinken und auch die kost, „nun wurd ich bei meinem leben vun keinem dieb alsu begrast, er stal mir meine eigne ku, auch gab ich im meinen mantel darzu und Hab sie selbst verkauft nu. nein, nicht mer!", sprach der pauer alsu. Schon in der Art und Weise der Aufzeichnung unterscheidet sich dieses Lied von allen andern; dadurch daß unten auf jeder Seite die ersten Worte der folgenden nicht im voraus angegeben sind, und dadurch daß jede Strophe von der andern durch einen langen wagerechten Strich getrennt ist.') Auch ein inneres Moment hebt diese Dichtung von allen andern der Sammlung ab, nämlich der Umstand, daß einige Formeln des Schwörens, die der christlichen Religion entnommen sind, hier beibehalten wurden; 8, 6 dei Kante ^lenan, 15, 3 dei k>u2 mannen (bei Gottes Krippe) und 24,1 die Erwähnung von 8ant-^.nne. Aber noch weit auffallender ist die Besonderheit der Sprache. All dieses zusammengehalten berechtigt, meine ich, zu der Annahme, daß die Aufzeichnung dieses Liedes nicht von dem Sammler der übrigen herrühre. — Wie bei den annähernd gut überlieferten Strophen (z. B. 6—10. 12. 13 :c.) zu ersehen ist, ist das Reimschema a b a b c c c, und zwar a klingend, b und c stumpf; wo also dieser Bau der Strophe nicht mehr ersichtlich ist, liegt eine Verderbnis vor. Einige nl. Wörter, die im Text stehen, wie „omtrent" - ungefähr, 1,2; 3,4; 12,4, husman in der Bedeutung Bauer 1,1 ^) legt schon von vorherein die Vermutung nahe, daß der ganze Schwank eine Umschrift aus dem Nl. sei. Zur Gewißheit wird diese erhoben durch die Erwägung, daß vielfach der Reim durch einfache Uebertragung des hd. in den nl. Dialekt wiederhergestellt wird. So erhalten wir schon 1,1 : 1,3 einen guten klingenden Reim, noonaKtiS: een6ra^tiss (Die Verbindung ht hindert im nl. den Umlaut) ^) 2,1 : 2, 3 eren : loderen. 3,1 : 3, 3 Aereeäe : meäe. 4, 2 : 4, 4 geleert : w^eert (Dem nl. fehlt die Passivbildung „lernen", nl. leeren hat die Bedeutung lenren und lernen zugleich) ^) 4,3 : 4 : 5 ^vert : vertert : ernert (oder mit Wandlung von e > a vor r, Franck, mnl. gr. Z. 48) 6,1: 3 leASen : se^en 9,1: 3 AeSaane : ^estaane 12,5 : 6 ^6^13 : is 13,1 : 3 ^estans : ssane (15, 4 ^ar ist conjunctiv). 16, 5 : 6 : 7 Aeliett : tch'ä : protljt (Bei ccc scheint sich der Dichter zuweilen mit einer bloßen Assonanz genug zu thun. i) Sonst durchweg kurze Striche mit Punkten am Schluß jeder Strophe. ^1 ferner die Reime 3traat : Zaat : 8taat 24, 5 : 6 : 7. 3) Franck, mnl. gr. D. Wb. s. v.