Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1889
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ueber eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 2)
- Language
- German
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Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern. 15 18. Diser wirt begunt zu singen, er kam zu mark mit seiner eigne ku, die kaufleut begunden zu dringen: „lieber Jehan, was lobt ir die ku?" er vürkaust sie alsu rasch, wenn es eine schöne ku was, um dreißig gülden uf das bas. 19. Do sprach sich ein junger kleter, „maar,') Jehan, is das nit eure eigne ku?" „o nein, Jehan, ich weiß es besser, ich Hab zu Haus auch eine alsu". Jehan, der hat ein großen dürft, er dacht woll schmieren die brüst, „hier verdien ich trinken und auch die kust". 20. Er ist gekumen sunder felen, va er seinen kumpan fand, er zelt im allzumalen das schöne geltchen in seine Hand, „dank Hab", sprach der dieb stolz, „mich dunket wol, das man essen solt". 21. „Es war zeit", sprach Jehan Trantel, „ich Hab den rummel in meinem magen". „lent mir den euern mantel, das ich den braten mag darunter tragen", „nemt, prie, meinen mantelkaun, kauft ir ein braten oder ein kaphaun, was hat dar imand mit zu tun?" 22. Das kenchen tet er klopfen, eines zu trinken, was sein sinn; der Wirt wolt gehen zopfen, mit dem kam sein rochier in. „ach, vaterchen, weiß nit wo zu nacht ist gestolen unser beste ku". 23. „Unser ku gestolen, ist das wäre?" er warf sein Hütchen unter seine süß, er griff sich selben bei seinen Haren „ach, ich armer, das ich das nit e gedacht, ich Hab mein eigne ku verkauft, und dem dieb das geld gebracht". 24. „Ach du liebe mutter Sant Anne", sprach der pauer, „wie wert mir alsu we, ich hat hcut meinen mantel auch angetane, t) Ms. rar.