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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 1 · p. Seite 4

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 1
Article
Zur Geschichte der Besteuerung der Juden durch Kaiser Sigmund und König Albrecht II.
Date
1889-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Kerler: Zur Geschichte der Besteuerung der Juden bischofs von Magdeburg, der Bischöfe von Halberstadt, Naumburg, Hildesheim, Minden und Merseburg, Albrechts und Bernhards von Anhalt, des Abts zu Corvei, der Aebtissin zu Quedlinburg, der Grafen zu Mansfeld, der Herren zu Querfurt, ferner nach Magdeburg, Halberstadt, Merseburg, Naumburg, Goslar, Quedlinburg, Aschersleben und Halle a. S. '). Man sieht, daß Sigmund eine möglichst umfassende Besteuerung der Juden durchgeführt wissen, daß er von den Juden im ganzen Reiche Geld erheben wollte 2). Seine Wünsche blieben, wie es scheint, von der Erfüllung weit entfernt; einigen Erfolg hatte er doch da und dort. Daß ihm die Bodensee-Städte zu Willen gewesen seien, betont er, wie schon bemerkt, in dem oben erwähnten Briefe vom 13. Aug. ^). Es ist aus die Aussage wol nicht viel zu halten; sie kehrt, auf die Städte in Bayern, am Rhein :c. angewendet, in dem eben angezogenen Schreiben an die Norddeutschen Stände wieder ^) und ist hier nicht dem Sachverhalt entsprechend. Immerhin flössen der königlichen Kasse namhafte Summen aus Nürnberg °) und aus Rotenburg ^) zu. Augsburg versprach von seinen Juden 2800 fl, Ulm 933 fl 8 Hl. zu liefern Mit Regensburg wurde noch 1417 wegen des 3. Pfennigs verhandelt In die Verhandlungen, welche die Heranziehung der Juden zu Geldleistungen an den König bezweckten, erhalten wir Einblick durch einen sehr inhaltreichen Frankfurter Gesandtschastsbericht vom 15. Okt. ^) und den Brief eines Schreibers der genannten Stadt vom 22. Okt. 1414^). Wie schon an anderem Orte") von uns bemerkt, war der Hergang bei diesem finanziellen Geschäft meist der, daß der König oder seine Abgesandten nicht mit den Juden unmittelbar, sondern mit der Stadt, in welcher sie ansässig waren, über die Summe, welche bezahlt werden sollte, unterhandelten. Die einzelnen Städte traten somit als Vertreterinnen ihrer Juden dem Könige gegenüber auf. Da sie nun auch selber ihre Juden besteuerten, so konnten ihnen solche außerordentlichen Angriffe auf ihre Steuerpflichtigen, wie das Reichsoberhaupt Holland) als den zuständigen Herren, und dieser bewilligte 1416, daß von den Juden in Regensburg das verlangte Geld bezahlt werde. Dagegen versprach ihnen der König, es solle daraus kein Nachtheil für ihre kaiserlichen und königlichen Privilegien erwachsen (Gemeiner 2, 418 und keZK. Lo. 12, 243). 1) K. Sigmunds Brief für 2 gen. Sendboten, von denen einer Meinwart Pfarrer von Baldersheim in der Folge derartige Aufträge für den Herrn von Weinsberg besorgte, ist datiert 1415 Apr. 8 und gedruckt in Neue Beyträge von Alten und Neuen Theolog. Sachen . . . auf das I. 1755 x. 588—591. 2) Vgl. Janssen a. a. O. 259 ur. 470 und das Regest der königlichen Quittungen für Nürnberg 1414 Okt. 1 in R.6Ze8ta. Loiea 12, 173—174. 2) S. o. S. 3 A. 5. ") Neue Beyträge zc. 1. e. 591. 5) KgAA. Loiea a. a. O. 2 Quittungen.' — Vgl. ferner die Angaben RTA. 7, 231, 26—27, die schon Stobbe a. a. O. 36—37 aus Janssen uo. 471 benützt hat. °) RsM. Lo. 1. e. 175 Quittung, vgl. RTA. 7, 232, 15. ') Chroniken der deutschen Städte 5, 373 nt. 1. v) Vgl. das Regest zum 3. Febr. 1417 in ReM Lo. 12, 246. °) Gedruckt in RTA. 7, 230—232 nr. 160. ") Gedruckt in Janssen 1. e. 266 ur. 478 und in RTA. 7, 233 ur. 161. ") RTA. 1, 225, 14—20.

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