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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1889-01-01 · Heft 1 · p. Seite 3

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1889
Issue
Heft 1
Article
Zur Geschichte der Besteuerung der Juden durch Kaiser Sigmund und König Albrecht II.
Date
1889-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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durch Kaiser Sigmund und König Albrecht II. 3 zu stellen >). Er war durch die polnischen Angelegenheiten, den Krieg mit Venedig und Mailand und die unsichere Haltung der österreichischen Herzoge zu sehr in Anspruch genommen als daß er sich ernstlich den Reichsgeschäften widmen konnte'). Erst im Sommer 1414 erschien er am Rhein, um die manchsachen Zerwürfnisse beizulegen, welche besonders zwischen Kurmainz und Kurpfalz und in Betreff Kurkölns bestanden, und sich in Achen krönen zu lassen^). Schon in dem an alle Reichsunterthanen 1412 Jan. 30 gerichteten Schreiben führte er bewegliche Klage darüber, daß dem Reiche in Folge der vollständigen Zerrüttung seiner Finanzen nicht mehr als 13000 Gulden jährliche Einkünfte geblieben seien. Dann trat er im Aug. 1414, nachdem er kaum den deutschen Boden betreten hatte, mit dem Plane hervor, durch eine außerordentliche Besteuerung der Juden die Einkünfte der königlichen Kammer zu verbessern. So schreibt er Aug. 13 an Frankfurt, in Anbetracht der großen Opfer, die er nun schon seit zwei Jahren für der Kirche Einheit gebracht habe und die er noch für diesen Zweck bringe sowie in Berücksichtigung seiner Bemühungen das Reich zu befrieden, möge die Stadt den bei ihnen wohnenden Juden (welche wie die anderen Juden im Reich zu des Reiches Kammer gehören und doch schon lange weder seinen Vorfahren noch ihm etwas gegeben, während doch die Juden am Bodensee ihm jetzt ihre Steuer entrichtet haben), nicht gestatten, vor Ankunft seiner Botschaft sich oder ihr Eigentum zu entfernen. Der hier angekündigte Steueragent war Wiglois Schenk von Geiern, den der König mit einem Schreiben vom 27. Aug. der Stadt empfahl ^). Wie nach Frankfurt, so wurden auch an die Juden anderer Städte, an Fürsten und Herren Steuerforderer vom König abgesandt: so nach Mainz nach Rotenburg o. d. T.nach Regensburg, Straubing, Deggendorf, Dilshofen, Schärding, Landau, Dingolfing und anderen nicht genannten Orten Niederbayerns 6), nach Norddeutschland in die Lande des Erz- Die ordentlichen Judensteuern des Jahres 1410—1411 wurden 1411 Iul. 3 von K. Sigmund dem Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg, dem nachmaligen ersten Kurfürsten von Brandenburg aus dem Aollernstamm, zugewiesen. Die Urkunde ist gedruckt in ^0n.mn6iitÄ Tollei-ana. 6, 662 nr. 606; vgl. dazu das Regest in Wiener, Regesten zur Gesch. der Juden in Deutschland während des Mittelalters 1, 168 m'. 455. 2) Vgl. RTA. 7, 172 und 182. . 5) RTA. 7, 174 f. 4) Gedruckt in RTA. 7, 181—186 nr. 125. 5) Ein Regest des Schreibens vom 13. Aug. in Aschbach Gesch. Kaiser Sigmunds 2, 461 und besser in Janssen Frankfurts Reichscorrespondenz 1, 258 nr. 467. Das Schreiben vom 27. Aug. ist gedruckt in Janssen a. a. O. 259—260 nr. 470, regestirt bei Aschbach 1. e., und erwähnt wie dasjenige vom 13. Aug. in RTA. 7, 180—181; den wesentlichen Inhalt des letzteren haben wir Janssen entnommen. «) Janssen a. a. O. 261. ') Der Vollmachtsbries für die Gesandtschaft ist angeführt in RTA. 7,181,2—4. 6) Das königliche Gebot 1415 Jan. 7 ist gedruckt in Gemeiner Regensburg. Chronik 2, 414—415. An Stelle des vom König bestellten Erkingers von Seinsheim verhandelte Konrad von Weinsberg mit der Stadt Regensburg über die in ihr ansässigen Juden. Es ist dies, soviel wir sehen, das erste Mal daß der Kämmerer in der Angelegenheit, in welcher er später eine so wichtige Rolle spielen sollte, genannt wird. Der Rath wies ihn mit seinem Anliegen an Herzog Johann (von Straubing- 1*

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