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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 2 · p. Seite 209

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 2
Article
Jakob Auerbach
Date
1888-01-01
Page
Seite 209 (sequence 4)
Language
German
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Nachrichten. 209 Zeit. 2 Abteilungen. 1. Abteilung: Biblische Geschichte. Nach dem Grundtexte bearbeitet. Nebst einem Anhang: Auszüge aus d. Buch Tobia und den beiden ersten B. d. Makkab. I. Aufl. 1858. VM. Aufl. 1886. 2. Abteilung: Lesestücke aus den Propheten und Hagiographen. Aus d. Grundtexte übertragen. Mit einem Anhang: 1) Auszüge aus d. Buche d. Weisheit Salomes und der Weisheitssprüche Sirachs u. 2) Sammlung von Lehren und Sprüchen d. nachbibl. Zeit. I. Aufl. 1853. V. Aufl. 1885. Biblische Erzählungen für die israelitische Jugend. 2 Bändchen. 1. Bändchen: I. Aufl. 1873. VI. Aufl. 1886. 2. Bändchen: I. Aufl. 1875. III. Aufl. 1884.) Beide Werke fanden weite Verbreitung und außerordentliche Anerkennung. Sie verdienen dieselbe im höchsten Grade durch den feinen Tact der Auswahl, durch die Schlichtheit, man möchte sagen, Kindlichkeit des Ausdrucks, durch die wohlthuende Innigkeit des Gefühls. Die biblischen Studien waren aber mit diesen für die Schüler bestimmten Büchern nicht abgeschlossen. Einzelne Resultate derselben wurden einem gelehrten Publikum vorgetragen („Über den ersten Vers der Genesis", Geigers jüd. Zeitschr. f. Miss. u. Leben II, S. 239—254; „ein Supercommentar Isaak Israelis zu Aben Esras Pentateuchcommentar", a. a. O. IV, S. 297—300), andere sollten für den weitern Kreis der Gebildeten bestimmt sein. Auerbach arbeitete bis zuletzt an einem großen Bibelwerke, für das er vorläufig den Titel gewählt hatte: „Einblicke in die Bibel". Der geistige Gehalt des ehrwürdigen Buches sollte ausgezeigt, das ewig Bleibende in ihren Anschauungen hervorgehoben, der allgemein religiöse, nicht an eine Confession und nicht an ein Volk gebundene Lharacter des Werkes sollte gewürdigt werden. Gegenüber der confessionellen Engherzigkeit der Einen und der ungläubigen Einseitigkeit der Anderen sah er in der Bibel ein gewaltiges Geistesdenkmal, das in der Cultur der Menschheit seine Rolle noch nicht ausgespielt hätte. Das letzte Gespräch, das ich mit ihm zu führen das Glück hatte (August 1886), bezog sich auf dieses Buch: der Fünfundsiebzigjährige wurde jung bei der Darlegung seines Lebenswerkes; sein Auge leuchtete feuriger, seine Stimme klang erregter; es war als ob etwas von Geist und Kraft eines alten Propheten über ihn gekommen wäre. Es war ihm nicht vergönnt, dieses sein Werk zu vollenden. Das Doppelinteresse, das Auerbachs bisher erwähnte schriftstellerischen Arbeiten bestimmt hatte, leitete ihn auch bei seinen historischen Studien. Auf der Universität Heidelberg hatte er Schlossers Anregung erfahren: die weitumfassende Anschauung des Meisters, seine besondere Hervorhebung der Culturgeschichte, seine Hinneigung zum 18. Jahrhundert waren aus den Schüler übergegangen. Auerbach faßte in jungen Jahren den Plan einer Lessingbiographie; der Contract zu derselben war abgeschlossen; aber die große Gewissenhaftigkeit des Autors, die ihn vor einer bloßen Compilation zurückschreckte und die Überbürdung mit praktischen Berufsarbeiten, die ihn fast niemals zu ungestörter wissenschaftlicher Thätigkeit kommen ließ, hinderten ihn an der Vollendung des Werkes. Manche der schon erwähnten und noch zu erwähnenden Aufsätze mag man als Bruchstücke desselben betrachten. Neben Lessing widmete er Moses Mendelssohn eine ganz besondere Theilnahme: war doch der jüdische Weise in seiner milden

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