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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 2 · p. Seite 190

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 2
Article
Mittheilungen über jüdische Interieurs zu Ende des siebzehnten Jahrhunderts
Date
1888-01-01
Page
Seite 190 (sequence 9)
Language
German
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190 Schnapper-Arndt, Jüdische Interieurs zu Ende des 17. Iahrh. 80 Ellen Leinen Tuch ^) 1 Stück ungebleicht leinen Tuch, 1 Stück Zwilch. j2 Pack weiß kölnisch und?7 Pack klein Garn; 75 Pfund Garn, worunter 36 Pfund kölnisch.^ 1 klein Kistgen mit allerhand ausgeschnittenen Schnüren, 31 Pack leinen schnür; Pfund Baumwolle; 12 Stück einfaß leder; 22 Pack Stecknadeln. 1 Fäszchen mit schwartzen Seifen; 26 Stück harte Seiss; Schachtel voll Mastix und Weyrauch; 3 gebund Leim; 7 Pfund weinspan. l'/z ballen Pappier, 16 Rieß weiß schreibpapier; 108 Pack karten; Allerhand Reste Cramwahren. * » * Ein ziemlich klares, freilich wegen der besonderen Ärmlichkeit klares, Bild giebt das 4. Nov. 1704 über die Verlassenschast weiland Moses gewesenen Judens zum Silbern Leuchter und seiner Ehefrau ausgenommene Inventar; hier wird ausdrücklich bemerkt, daß an Baarschaft, Silberwerk und Forderungen nichts vorhanden ist, dagegen allerlei (noch unspezifizirte) Schulden zu tilgen, auch die Leichenkosten noch zu bezahlen sind. Der Hausrath vertheilt sich über 3 Gelasse: eine Hintere Stube, eine Stube neben dieser und eine obere Kammer. In der erst- und letztgenannten nur Bett- und Bettwerk; in der dritten: einige große tannene (Frauenkleidung enthaltende). Schränke und Kisten, einige Reisekisten, Zinnwerk, ein großer und kleiner Ausziehtisch, 1 messingene Lampe mit acht Schnauzen, 6 alte Schildereien und „1 andere von Holtz geschnitten und gantz verguldet"; mit dem Geschäftsbetrieb in Beziehung standen wohl: „1 alt eingelegt Schränkgen mit Schubladen und 1 tannen Briefrepositorium". Der Besitzer war auf 1150 fl. Vermögen eingeschätzt; Ende 1703 (Visit. Ilxld. v. 7) hatten 3 Familien in dem Hause gewohnt. * » * Besser sieht es aus in der Wohnstube des Elkan Moses zum Vogelgesang, über dessen „Gold, Pretiosen und übrige Mobilien" am 20. und 21. Oktober 1690 auf bürgermeisterlichen und rechneiamtlichen Befehl Inventar erhoben worden ist. Wir finden: 1 eichenen Auszieh-Tisch, 1 alten Sessel und 2 Lehnstühle, 1 zinnernes Handsaß, 1 dsgl. Tops und 3 Blumenkrüge, 1 messingenen Hängeleuchter von 6 Armen und 3 dsgl. Wandleuchter, 1 Spiegel mit schwarzem Rahmen, serner etwa 100 zinnerne „Kümpffergen mit Ohren", Schüsselchen, „eckigte kleine Schüßlein" „zottigte Kanthen". In der Laubhütte steht ein alter Tisch und ein Backtrog. Bettleinwand, Tischgeräthe sind in reicherem Maaße vorhanden als bei Seligmann z. g. Crone (ca. 54 Tischtücher und 40 Handquehlen); bemerkenswerth sind einige seidene und plüschene Handquehlen. 13 hebräische Bücher werden aufgezeichnet. 5) Preis des weißen leinen Tuchs damals ca. 15 kr. per Elle.

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