Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 2
- Article
- Mittheilungen über jüdische Interieurs zu Ende des siebzehnten Jahrhunderts
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 7)
- Language
- German
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188 Schnapper-Arndt, Jüdische Interieurs zu Ende des 17. Iahrh. In dem Gewölbe hinter den Predigern. 1 Fuder Wein von diesem Zahr, 3 Zulast von Z Ohm von eben solchem; 2 leere Stückfaß; I große kupfferne waag. jKramwaaren, meist in Fässern, etwas Messingwerk; s. u.^ ^Vorrath an Kleidungsstücken.^ Mannskleider 1 schwarz Zeugener Schabbes Mantel mit kleinen silbernen Crappen, 1 schwarzer Cameelhaarner Manns Rock, I altledern Coller, 1 schwarz zeugen Camisol, 1 weiß taffeter Manns Cragen mit gülden spitzen; j24 Hemden^. ^Frauenkleider:^ Z weiber Schabbas Mantel mit gülden borten und vergulten Spangen. 1 seyden weiber Coller mit gold gebremt; 1 Pand so verpetschirt, bestehend in 2 vergulten weiber Coller; 4 güldene Cöllerborten; 2 weiber Cragen; 1 sibern blech unter dem weiber Cragen. 1 schwarz tuchener Mutzen mit sammeten Aufschlägen.^) 1 schwarz sammeter Zack mit güldenen Schnüren; 1 roth geblümt seydener Zaque mit silbern Schnurlein. I Brocadene Brust; 1 seydene brüst mit silbern schnürlein, 1 dito mit güldenen borten; 1 roth sammete Brust mit den Ermeln mit gülden Borten; 1 roth sammete brüst mit breiten gülden borteu besetzt, 1 dito paar Ermell mit dito besetzt; 1 schwartz sammeter Zack mit güldenen Schnüren; 1 roth geblümt seydener Zacque mit silbern Schnürlein, 1 dito Rock mit einer gülden Spitz; 1 gestreifft Atlaßener Rock; ein rother Tuchener Rock mit einer silbern Spitz; 1 weiß Tastet gewässerter Rock mit einer farbigen Spitz; 1 Bleumorant Taffeter Rock?) mit einer silbern Spitz. 1 ^Weiber^schurtz; 1 gülden band mit flittergen. 1 reine weiße Haub mit Spitzen, 1 roth taffete Haube mit silbern Spitzen. 1 weiber brauthemt ^17 Weiberhemden^) t) Kurzes Oberkleid, besonders des weibl. Geschlechts; siehe Grimm, Schmeller, auch jüd. Kleiderordnung Nr. 20. 2) Hell bleu Mourant erwähnt in der städtischen Kleiderordnung von 1731 und vom 3ten Stand abwärts verboten, wie denn überhaupt helle „brillirende" Farben ein Borrecht der obersten Stände sein sollten. 2) Welchen Werth dieser Kleidervorrath besessen, läßt sich nicht wohl sagen, wie denn Taxationen in den Jnventaren überhaupt ungemein selten find. Die einzige Taxation jüdischen Hausraths, die ich gefunden datirt von 1704; sie betrifft einem gewissen Goldschmidt gehörige Gegenstände, welche sofern nicht das Gegentheil bemerkt ist, in ziemlich gutem Zustand gewesen sein dürften. Ich setze aus den sich auf Kleidung beziehenden Taxationen die interessantesten hierher: „1 Schabbes Weiber Mantel mit 1 Güldenen Borden und 1 silbern Beschläge 20 fl.; 1 alter dito ohne Beschläge 9 fl.;" 1 braun tuchener Chambreluc (in der Kleiderordnung von 1731 Alantean Onarndrslne genannt) mit blau Sauimet ausgeschlagen und silbernen Spitzen beschlagen 15 fl.; 1 rothgestreifter Seiden Chambreluc mit goldenen Borden besetzt 12 fl.; 1 Nachtmantel mit Spitzen 2 fl.; Hauben 30 kr. bis fl. 1,30; 1 Hamburger Haube mit Gold- und Silberspitzen 9 fl.; Schleier 30 kr. bis 1 fl.; Schürzen 30 kr. bis 3 fl.; damastene Röcke 4,30 fl. bis 6 fl.; Aermel