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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 2 · p. Seite 187

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 2
Article
Mittheilungen über jüdische Interieurs zu Ende des siebzehnten Jahrhunderts
Date
1888-01-01
Page
Seite 187 (sequence 6)
Language
German
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Schnapper-Arndt, Jüdische Interieurs zu Ende des 17. Jahrh. 187 und weiß gewürffelter Vorhang von 2 blättern und dem Crantz Leitwerk ähnlich wie oben, etwas weniger^. l Tannene große Kiste mit einem Fuß ^Kleidungsstücke enthaltend s. u.^. I paar Kindbetter Leiltücher; 1 silbern vergulter Buckelbecher mit einem Deckel wiegt 17 loth I quint jvermuthlich gleichfalls in der KisteZ. 1 mit ehsen um und beschlagene leere Kiste. ^1 leeres Essigfaß; gefüllte Essigfässer; Kleidungsstücke; Kupfer- und Messingwerk s. u.^ Zn der Wohnstube. 1 grün angestrichene Bettlade darin 1 Zwilchen Unterbett, 5 Küßen, 1 Parchet Deckbett. 1 alter Nußbaum Ausziehtisch. 1 Zinnen Hanofaß mit dem Becken. 1 grün angestrichen Tresour^) mit 2 Thüren. 2 Leuchter, 1 groß Meßingbecken, 4 dito wandleuchter; 3 meßinge Sternlampen. 1 Spiegel in einen schwartzen Rahm; 3 Hirschköpff. Ainnwerk s. u.^s Zn der Stuben Nr. 6. 1 Tannen Ausziehbettlade, I Zwilchen Unterbett, 1 Parchet Deckbett, 13 Küßen; 1 klein tannen Kistgen darinn etwas weiß leinen geräth; 1 grün angestrichen tannen Kiste. 98 allerley hebräische Bücher. sZinnwerk, Kleidungsstücke s. u.^ Zm Keller. 2 Faß Wein;?) 1 groß u. 1 klein eyserner Waagbalcken. jKramwaaren, theilweise in Fässern, Merceriewaaren, Zinnwerk s. u.^ ^) Diese m. Wissens in Frankfurt ausgestorbene, in München und Salzburg von mir noch gehörte. Bezeichnung für ein in seiner Bestimmung dem heutigen Büffet nahekommendes Möbel ist mir bereits in einem von 1537 datirten Schriftstück (des Darmstädter Archivs) begegnet und noch weit hinein in das 18. Jahrh. werden in vem Franks. Anzeigeblatt „Tresors" zum Verkauf annoncirt. Über die Urgeschichte desselben kann man sich in Violler. Is Duo (H.rt. DresZoir) auch in Weiß Kostümkunde orientiren; das Frankfurter Tresor dürste wesentlich in einem Schränkchen mit einem staffelsörmigen Schubladenaufsatz bestanden haben und allem Anschein nach selten kunstvoll gewesen sein. Einige kleine Modelle in den Puppenhäusern des germ. Museums geben m. E. von dessen Construction einen guten Begriff. Nach der Frankfurter Stadtreformation (II. Tit. III, Z. 19) zu schließen, war es zeitweilig in die Wand festgeschraubt. Die nach oben gekehrten Flächen des Möbels waren gewöhnlich mit herabbängenden (bei Reichen aus feinen Stoffen gefertigten und gestickten) Decken und sog. Tresor-Cräntzen belegt, die dem Zimmer wohl mehr zur Zierde gereichten als das Möbel selbst. 2) Wein wie Korn sollten die Juden nur verkaufen, wenn sie dergleichen von ihren Schuldleuten zur Zahlung oder pfandweise erhalten hätten (Stättigkeit Z§. 77 und 78). 1693 kostete ein Fuder (— 6 Ohm — ca. 860 Liter) Hochheimer Weins nach Lersner 135 Gulden; in der Gemarkung von Frankfurt gewachsener Wein war jedoch erheblich billiger und bedang zuweilen nur den dritten Theil des Kaufpreises des ersteren. Oct. 1690 kostete Bockenheimer Wein 30 Gulden per Fuder.

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