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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 1 · p. Seite 101

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 1
Article
[Ohne Titel] / H. B.
Date
1888-01-01
Page
Seite 101 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Nachrichten. 101 Das Leben eines in Italien geborenen jüdischen Gelehrten, der zum Christenthume überging, in Deutschland als Geistlicher und Lehrer des Hebräischen verdienstlich wirkte (1510 — 9. Okt. 1580), wird von Wilh. Becker geschildert: Immanuel Tremellius. Ein Proselytenleben im Zeitalter der Reformation. (Breslau 1887, C. Dülfer.) Die Biographie ist schlicht erzählt, nur freilich ihrer ganzen Anlage nach zur Judenmission bestimmt. Ein Anhang giebt Proben der Schriftauslegung des Tremellius; die Anmerkungen legen Zeugniß ab von des Verfs. fleißiger Benutzung der Quellen und der einschlägigen Fachliteratur. Gleichfalls in das 16. Jahrhundert führt Alexander v. Weilen's scharfe und eindringende Untersuchung: „Der ägyptische Joseph im Drama des 16. Jahrhunderts." Wien 1887, A. Holder (VIN, 196 S.) Wir können, dem Zwecke dieser Zeitschrift entsprechend, nur kurz auf diese qelehrte Arbeit hinweisen, welche in sorgsamer bibliographisch-analhsirender Weise sämmtliche Joseph-Dramen des 16. Jahrhunderts aufzahlt und bespricht, die jüdischen Quellen, aus denen der Stoff entlehnt ist, kurz erwähnt, hauptsächlich aber die einzelnen Dramen untersucht, ihre Verwandtschaft, Abhängigkeit von einander auseinandersetzt, auch ihren poetischen und dramatischen Werth darzulegen weiß. Die Arbeit ist ein sehr werthvoller Beitrag zu der Art, wie die biblischen Stoffe in Deutschland auch für die Dichtung, besonders die dramatische verwerthet wurden, seitdem die Reformation die Bibel zum Gemeingut des Volkes gemacht hatte. Das vonM. Grünwald inJungbunzlau herausgegebene „Jüdische Centralblatt, zugleich Archiv für die Geschichte der Juden in Böhmen", 5. Jahrgang (Febr. 1887), enthält einen Aufsatz des Herausgebers „Zur Geschichte der jüdischen Cultusgemeinde Jungbunzlau in Böhmen" mit einer wichtigen Urkunde aus dem I. 1562 und einem aus jenem Jahre herrührenden Verzeichniß der alten jüdischen Häuser. Wichtig ist ferner ein Schriftstück aus dem I. 1627, die Anweisung eines Platzes für eine neue Synagoge betr. und ein Namensverzeichniß der Gemeindemitglieder aus dem I. 1638. — In demselben Heft, S. 120—124 Mittheilungen über das Gemeindenotariat der Prager Gemeinde (1403—1685). — Von derselben Zeitschrift bringt Jahrgang VI, Heft 1 (April 1887), ohne Haupttitel das 7. Capitel: Die Juden unter Rudolf II., mit mehreren Urkunden (böhmisch mit deutscher Übersetzung). Daselbst S. 165—174 die Fortsetzung der Materialien zur Geschichte von Jungbunzlau: Urkunden aus den Jahren 1627—1644. Das „Correspondenzblatt der westdeutschen Zeitschrift für die Geschichte und Kunst" (Jahrgang VI, Nr. 4, April 1887) enthält S. 93—95 den Auszug eines Vortrags von I. Kracauer: „Ein Zwangsanlehen bei der Frankfurter Judenschaft im 30jährigen Kriege", nach urkundlichen

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