Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Ohne Titel] / H. B.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- 100 (sequence 1)
- Language
- German
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Wachrichten. S. Gelbhaus legt in seinem Werkchen Über Stoffe altdeutscher Poesie (Berlin, Stuhr, 83 S.) in feiner und gelehrter Weise die Analogien zwischen deutschen Sagen und Märchen, z. B. der vom Kyffhäuser, Tannhäuser, Reineke Fuchs und jüdischen oder anderen orientalischen Erzählungen dar und weist manchmal in überzeugender Art die direkte Abhängigkeit der ersteren von den letzteren nach. In einem Anhange „Ein jüdischer Minnesänger" wird die Dichtungsweise Süßkinds von Trimberg charakterisirt, besonders aber der Nachweis erbracht, daß seine Poesie vom Ideale des rabbinischen Judenthums erfüllt ist. Elie Scheid, dessen Monographie schon oben I, 203, 293 erwähnt wurde, hat seiner früher erschienenen „Geschichte der Juden in Hagenau" nun eine Mstoire äes 5uLLs ä'^Isaee, Paris, A. Durlacher, 1887 (424 S.) folgen lassen. Die Geschichte der Juden im Elsaß bis zur französischen Revolution wird mit fleißiger und umsichtiger Benutzung der Archive des Elsasses, von Basel und Porrentruy dargestellt. Der chronologischen Darstellung (aus der eine Zählung des I. 1784 hervorgehoben werden mag: 3910 Familien mit 19624 Seelen, serner ein Judengesetz des Bischofs Leopold von Hagenau 1613) folgen zwei Anhänge über Synagogen und Friedhofe. In dem letztern einige Notizen, die weit über die Revolutionszeit hinausgehen. Die merkwürdige Urkunde über den Colmarer Friedhof (oben Bd. I, S. 203) ist von Scheid nicht benutzt. Den Schluß machen 56 meist aus elsässischen Archiven gezogene haupsächlich in deutscher Sprache geschriebene städtische und kaiserliche Urkunden. Viele derselben sind in französischer Übersetzung im Texte abgedruckt. Ob dieselben anderweitig gedruckt oder benutzt sind, wird nicht gesagt. Leider fehlt bei dem sonst so fleißig gearbeiteten Buche jedes Jnhaltsverzeichniß und Register. Die Juden in Aachen. Historische Übersicht von vr. Otto Dresemann. Aachen 1887 (M. Jacobi, 24 S.) gibt eine gedrängte, lesenswerthe, aus den Quellen geschöpfte Skizze von der ältesten bis auf die neuere Zeit. Bei der Lückenhaftigkeit des vorhandenen Materials ist eine gleichmäßig alle Perioden bedenkende Darstellung unmöglich. Das hier Gebotene verdient Beachtung und Beifall.