Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 1
- Article
- Memorbücher
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 6)
- Language
- German
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Leopold Löwenstein, Memorbucher. 95 Frau Hendle, Tochter des verst. R. Benjamin Wolf Jaffe von Wien, Gattin des berühmten Mosche Broda, Rabbiners in Worms'?), die während ihres Lebens ihren Gatten und Sohn im Thorastudium bestärkte und auch den Armen und Gelehrten sich stets wohlthätig zeigte, wie sie auch aus ihrem Nachlaß eine bestimmte Summe zu guten Zwecken und besonders zur Unterstützung von Schulen zur Verfügung stellte; starb und wurde in Worms begraben 497 (1737). S. 63 der fromme 84jährige Jakob Baß, Sohn des R. Josua Falk, der nahezu 30 Jahre Gemeindediener und Bassist (daher der Name) beim Synagozengesang als Begleiter des Vorsängers gewesen; er fastete oft von Sabbat bis Sabbat und war stets beim 'öffentlichen Gebete anwesend. S. 64 der angesehene Gemeindevorsteher und Kassier R. Jakob Joses, Sohn des Vorstehers R. Jizchak, der als großer Schtadlan und Fürsorger sich einen bleibenden Namen erworben hat, starb 500 (1740). S. 71 die fromme und angesehene Sara Chaja, Tochter des hochbeiühmten Rabbiners R. Mosche Charif, Gattin des hochgelehrten hiesigen Rabbiners Baruch Kohn Rapoport (s. o.), starb 511 (1751). S. 74 die angesehene Fradel, Tochter des berühmten R. Wolf Wertheim, Gattin des schon genannten R. Elia Kleve (Kassier der Qalmud-Thora), der zu Ehren seiner Frau bei der Gemeinde ein Kapital deponirte, dessen Zinsen jährlich unter die Armen zu verteilen sind, und auch einen Vorhang für die hl. Lade stiftete, der an jedem Sabbat, an welchem der Neumond verkündet wird, in der Synagoge zu verwenden ist; starb 516 (175V). R. David bar Jehuda Lob Krakau, der 500 fl als ewige Stiftung hinterließ, um die hieraus fließenden Zinsen jährlich unter Arme zu verteilen; starb 518 (1758). Der letzte Jiskor nennt R. Schemuel bar Jizchak aus Stuttgart; starb 588 (1828). Zum Schluß noch einige kurze Notizen aus dem Memorbuch in Baiersdorf (Städtchen in Mittelsranken). Dasselbe ist im Jahre 449 (1689) auf Pergament geschrieben von Jehuda Wb b. David Gans von Worms, der in B. Lehrer, Vorsänger und Thoraschreiber war. Nach der üblichen Aufzählung von Städten und Provinzen mit einzelnen Namen der Märtyrer folgen 22 Jiskor, worunter der heilige R. Inda, Sohn des heiligen R. Jsachar, der für die Heiligung des göttlichen Namens sich hingeopsert. R. Aron bar Schlomoh, der 100 Rthlr. für die Synagoge in Baiersdorf gestiftet. Nr. 23 R. Schimschon bar Jehuda Selke (s. o. Nr. 166), der als Wohlthäter und Schtadlan für die Gesammtheit viel Gutes geleistet; solange er lebte, wohnten die Juden im Fürstentum Baireuth^) in Ruhe, Friede und Sicherheit; er ließ unsere Synagoge aus eigenen Mitteln erbauen, ohne daß irgend ein Privatmann unserer Gemeinde einen 2) Verfasser des Ohe! Mosche, als Beigabe zu dem berühmten von seinem Vater Abraham Broda verfaßten Werke Eschel Abraham; vgl. Lewysohn, Nafschot Zadikim S. 82 (wo der 7. Elul als Sterbetag der Hendle angegeben ist, während unser Memorbuch Montag 6. Elul als solchen'bezeichnet). 2) Baiersdorf war Rabbinatssttz für das Fürstentum Baireuth, daher auch beide häufig zusammen genannt werden; vgl. Einleitung zu Pardes David von Rabbiner David Disbeck in Baiersdorf (Steinschneider im 6at. Loäl. Nr. 4800 schreibt unrichtig „Feuersdorf und Breit").