Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 1
- Article
- Memorbücher
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2259275-2259334-2259336-2263566--0557-2263676- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
92 Leopold Löwenstein, Memorbücher. bei uns gebräuchlichen, mit Ausnahme eines besondern Nl^o für einen Bräutigam, der einen kleinen Abschnitt liest und dafür einen eigens abgefaßten Mischeberach erhält. Es folgt sodann der für den Chasan Thora, mit kleinen Abweichungen von dem unsrigen, und jener für den Chasan Bereschit, der von dem unsrigen ganz verschieden ist; dann folgt Ascher Heni für Purim u. s. f., schließlich ein Gebet für Kranke, das von unfern derartigen Gebeten ganz abweicht, sowie die Formeln für den kleinen und großen Bann (letztere 3 Stücke in alter Raschischrist). Hierauf folgen wieder einige Mischeberach, das Gebet für den Fürsten und zwar als ersten für Kaiser Leopold I. und seine Gemahlin Anna Maria (am Rand steht: Eleonore) in einer von der unsrigen ganz verschiedenen Form. Dann folgt ein Mischeberach für Diejenigen, die an jedem Rüsttag der Sabbathe und Feste der Armenbüchse eine Gabe zuwenden, um mittelst derselben die Borstände und Jünger der Talmudschulen zu unterstützen, sowie arme Bräute auszustatten und unschuldig Gefangene auszulösen: ferner ein Mischeberach für Diejenigen, welche beim öffentlichen Gottesdienste nichts Ungehöriges sprechen von Baruch Scheamar bis nach Schemone Esre und ganz besonders während der lauten Rezitation der letztern durch den Vorbeter, um in Andacht das jeweilige „Amen" sagen zu kennen; ein weiterer Mischeberach für Diejenigen, welche sich des verbotenen Weines enthalten und endlich ein solcher für einen Kranken. Hierauf beginnen die Jiskor und zwar Nr. 1 mit Jizchak Niederbocken (?) '"2'.-t der treu zum Glauben hielt und als Märtyrer gestorben 395 (1635). Nr. 2 der Jüngling Sender bar Jakob, starb den Märtyrertod "Wl ^2^2 2^ Ntt ^pk' ^'."1 lV^NP 1-5'?: N55 'MIDtt 71^2 T".^ 55^1- Nr. 3 der geehrte und gelehrte R. Bezalel Josef aus Mantua, Sohn des hochberühmten R. Schemuel aus der Familie ^^^H (Gerlingen?) mit allen Heiligen aus der Gemeinde Mantua, welche unter der entfesselten Kriegswut zu leiden hatten und ihr Leben Hingaben für die Heiligung des göttlichen Namens'). Nr. 4 unser hochgelehrter R. Jizchak Jomtos bar Uri, starb 391 (1631). Ferner wird erwähnt: der Rabbiner Abraham Chajim; die Aerzte Mosche Maor Katon bar Jehuda'-) und Jehuda Low bar Mesche; Ascher b. Menachem, der u. A. für die Armen des hl. Landes 100 fl stiftete (starb 380 — 1620); der fromme Rabbiner Moscheh, Sohn des angesehenen R. Schimon, starb 399 (1639); der gelehrte Rabb.-Assessor R. Ahron Mirls^); der hochgelehrte Scheftel, Sohn des ebenso hochgelehrten R. Jesaia (Horowitz)"); der Vorsteher R. David Jizchak, i) Bezieht sich wahrscheinlich auf die Leiden dieser Stadt während des 30jährigen Kriegs; vgl. Grätz X, 49. -) Dieser Arzt, der den Familiennamen Freiftadt führt, wird auch in Frankfurt a. M. qenamtt; vgl. Horovitz, Frankfurter Rabbinen I, 34 und Brüll Jahrbücher V, 223. 3) Name einer berühmten Wiener Exulantenfamilie, die 1671 nach Berlin kam, auch den Namen Neumark-Fränkel führte uud der viele Gelehrte angehören. ^) Vcrfasser des 'VVa^e HaarurMm, das dem Schelah, dem berühmten Werke seines Vaters, beigegeben ist. In der Einleitung erwähnt R. Scheftel seinen Aufenthalt in Fürth „einer Stadt, die wohl klein, in seineu Augen aber so groß wie Amiechia war, da sich dort berühmte scharfsinnige Gelehrte befanden".