Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1888
- Issue
- Heft 1
- Article
- Memorbücher
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 2)
- Language
- German
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Leopold Löwenstein, Memorbücher. 89 große Wohlthätigkeit sich auszeichnete und auch eine Summe für das Bet hamidrasch (Lehrhaus) stiftete u. s. w. (starb 525 1765). Nr. 607 bis 650 bilden 43 weitere Jiskor, worunter der hochgelehrte und angesehene allbeliebte R. Elia Mosche Jakob Kleve (st. 526-- 1766); der gelehrte und berühmte R. Jehuda Emrich (Sohn des verstorbenen R. Lob Emrich von Amsterdam), der Rabbiner in Schnaitach und hier in Fürth Rabbinatsassessor war (st. 527 — 1767); die angesehene Frau Rösche, Tochter des verstorbenen gelehrten R. Feibelmann Emrich von Frankfurt a. M., Gattin des angesehenen R. Maier Berlin von hier, die ein Kapital zu Gunsten des Bet hamidrasch, sowie auch eine silberne Lampe zur Beleuchtung der Synagoge an Sabbathen und Festtagen stiftete (st. 528 1768). Nr. 651 R. Israel b. Kalmann Lichtenstadt aus Prag, dem als hauptsächlichstes Verdienst angerechnet wird, die Gründung eines Vereins zur Erziehung von Waisenkindern angeregt und ausgeführt zu haben, wie er auch der Erste war, der zum Bau des Bet hamidrasch beigetragen, das seinen Namen trägt (st. Sabbat hagadol 8. Nissan 531 1771). Nr. 652 bis 680 sind 29 Jiskor, worunter der allgemein beliebte und geehrte Vorsteher Bendit Hamburg (st. 532 1772) und der gelehrte Rabbinatsassessor Samuel, Sohn des Rabbiner David Strauß (st. 1772). Nr. 681 der Rabbiner Josef Steinhart von hier, der von Jugend auf bei Tag und Nacht dem Thorastudium oblag und zuerst im Elsaß (Rixheim) als Rabbiner wirkte, wo schon eine große Schaar von Schülern zu seinen Füßen saß; alsdann übersiedelte er hierher nach Fürth, wo er die Wege der Gottesfurcht wandelte und durch sein Wirken einen glanzvollen Namen sich verschaffte; Gott begnadete ihn, das Buch Sichron Josef zu schreiben, das von seinem Scharfsinn ebenso wie von seiner Belesenheit glänzendes Zeugnis gibt u. s. f. (starb am Vorabend des 29. Aw 536 6. August 1776). Nr. 682 bis 718 enthält 36 Jiskor, unter welchen bemerkenswert: der fromme Rabbinatsassessor Wolf Frankfurter, der Vorsteher Lob Hamburg und der angesehene Gemeindekassier Maier Berlin'). Nr. 719 der hochberühmte und hochgelehrte Rabbiner Josef Zewi Hirsch (Janow)-), der zuerst in Posen, dann etliche Jahre hier in Fürth als Rabbiner fungirte und in dieser Stellung zu hohem Ansehen gelangte (starb 11. Kislew 546 — 13. November 1785). Nr. 720 bis 852 sind 132 Jiskor, worunter folgende: der Rabbinatsassessor Kopmann Metz; der Rabbinatsassessor Jsak b. Bermann Mannheim; der gelehrte Hirsch Jklo, der schon in seinem 18. Lebensjahr den Talmud vollständig studirt hatte; der Rabb.- Assessor Josef b. Secharja Frankel; R. Jona Königswart, der sich besonderes Verdienst dadurch erwarb, daß er während des Winters für Maier Berlin und der oben erwähnte Vorsteher Bendit Hamburg wurden 1762 während des 7jährigen Krieges als Geißeln für die auferlegte Kontribution im Betrage von 20,000 fl nach Berlin geschleppt und erst nach Berichtigung derselben wieder freigelassen, was auch auf dem Grabstein des Erstgenannten erwähnt wird. 2) Dieser große Talmudist ist sonst unter dem Namen R. Hirsch Charif d. i. der Scharfsinnige bekannt. Ueber seine Lebensverhältnisse s. Grä'tz Gesch. XI, 587 und zur Richtigstellung einzelner Zeitangaben Monatsschrift 1873 S. 191.