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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 1 · p. Seite 77

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 1
Article
Ein Wunder in Köln und die Juden
Date
1888-01-01
Page
Seite 77 (sequence 2)
Language
German
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I. Aronius, Ein Wunder in Köln und die Juden. 77 werden konnten. ^) Genaueres darüber erzählt eine Schrift von einem gewissen Athanasius, die auf dem zweiten Concil von Nicaea vorgelesen wurde und in den Akten desselben erhalten ist.2) Danach hat ein Christ zu Beirut in seinem Hause, welches neben der Synagoge der sehr zahlreichen Judengemeinde liegt, ein Christusbild. Als er das Haus verläßt, wird das Bild dort vergessen und auch von seinem Nachfolger, einem Juden nicht bemerkt. Ein anderer Jude jedoch, den dieser einmal zum Frühstück einladet, sieht es und macht den Rabbinern davon Mitteilung. Diese kommen am folgenden Tage von vielen Juden begleitet in das Haus, stoßen den Juden, der ein solches Bild in seinem Hause geduldet, aus der Synagoge und beginnen dann, das Bild zu schmähen und zu mißhandeln, genau so wie es ihre Väter mit Christus selbst gethan. Als zuletzt einer das Bild mit einer Lanze durchbohrt, fließt Blut und Wasser aus der Wunde. Die Juden gerathen zuerst in Schrecken, beschließen dann aber, beides in die Synagoge zu bringen, um zu sehen, ob Kranke damit geheilt werden können. Das Blut und das Wasser bestehen die Probe glänzend, die Sache wird in der ganzen Stadt ruchbar, und alle Kranken strömen nach der Synagoge, um sich heilen zu lassen. Die Juden, unfähig noch länger zu widerstehen, bringen das Bild dem Bischof, der inzwischen auch schon von dem Wunder erfahren hat, und lassen sich sämmtlich taufen. Ueber diesen Vorfall giebt Sigebert zum Jahre 765 einen Bericht, der sich als ein Auszug aus der Schrift des Athanasius darstellt. ^) Diesen Auszug braucht Sigebert nicht selbst gemacht zu haben. Baronius erwähnt einen handschriftlichen Bericht über das Wunder, den er selbst in einem alten Codex besaß und den man in einigen Kirchen vorzulesen pflegte. Es war dies vermutlich nicht die Schrift des Athanasius, sondern ein anderes 2) IZer^ti in commemoratio imaZiiii8 LaIuatori8 Huae a 5udaei8 eruci- Lxa tarn eoxiosuiQ emislt 8anAuinera ut orientales et 0eeidentale8 eeeleÄae ex 60 udertim aeeexerint. Hlartz^rol. rom. unter dem 9. November, x. 551 ed. Baronius. Bielleicht hängt es mit dieser Angabe zusammen, daß man an vielen Orten das Blut des Herrn zu besitzen glaubte, s. Wetzer und Welte: Kirchenlexicon, 2. Auss. 1883, II, Sp. 929. 2) Uan3i: eoll. eone. XIII, x. 23 Daß der Verfasser nicht etwa der bekannte Athanasius ist, erweist Baronius x. 552, dem?aZi: eritiea, zum Jahre 787, V, zustimmt. Es ist übrigens schon des Datums wegen unmöglich, s. folg. >s. A. 1. 3) lemxore ()oii8taiitiiii imxeratori8 et L^renae uxori8 eins, In L^ria elvitäte Leritno, yuae sndiaeet ^ntnioeniae. «sudaoi imaZiiieni 5e8u 8a1vatori8 N08tri inveiiieiit68 in domo euin.8dam ^udaei, idi relietam a Hnodam enri8tian0, Hui idi rnan86rat, eam iniuri.086 dexo^ierunt, et onmia oxxrobria, Huae Zudaei Onri8t0 «168U intulerunt, imaZini eiu8 inkeredant, illuäentes ei, in taeiem eoii8Z)u6nte8, eam xereutiente^ erirmn.086 eon^tiante^ manu8 et xede8 eiu8 e1avi8 eontiS6nt68, aeetum et kel ei xorriZenteZ; taiidem. laneea latere eins axerto, exivit de ev L3.nFuis et ayua. i^uod M 8uxp03ita amxulla 8U8eixieiit68, ad exxerimeiitum, utrum inerint vera miraeula, ^uae «l68um t'eei336 audierunt, ornnes innrm08 in L^nasoKA 8na c0l1eet08 noe 8anZuine a^erZedant; et a ^uoeuvKiue lanZuore detinedantur, 0M1168 8^113.^3.11^. linde )udaei tandem eomxuneti, ad ^deodatum civitatis exi8e0xum 0mii63 eneurrerunt, ei^us re enarrata, imaZinem cum sanFuine ei dsderunt. <^uidu3 daxti^atis, epi8e0pu8 8anZniiiein xer amxullas divi8uni lonZe lategue dirisen8, xredieadat inaZnalia Vei, oIite8tatu8 omne8, ut sinZulis anni3 5. Idu8 ^0vemdri8 eeledi-etur xas8i0 dominieae imaZini8. LS. VI, x. 333.

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