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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1888-01-01 · Heft 1 · p. 76

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1888
Issue
Heft 1
Article
Ein Wunder in Köln und die Juden
Date
1888-01-01
Page
76 (sequence 1)
Language
German
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Wiscelten. Ein Wunder in Köln und die Juden. Von I. Aronius. In der Chronik des Abtes Richer von Senones findet sich ein Bericht über einen Vorfall von jener Art, die im frühern Mittelalter die Stelle der Hostienschändungen vertreten zu haben scheint. Ein Christ besitzt ein Haus mitten unter den Häusern der großen Judengemeinde zu Köln. Er vermietet es an einen von außerhalb zugewanderten Weber, der sich, da ihm der Weg zur Kirche zu weit ist, in einem Zimmer ein Bild des Gekreuzigten und Bilder der Jungfrau und des Johannes an die Wand malen läßt. Ein Vorhang und eine Thür schützen die Bilder vor zudringlichen Blicken und erklären zugleich notdürftig, daß die Bilder von einem Juden, der ein Jahr später nach Köln kommt und das Haus mietet, nicht bemerkt werden. Nach dem Einweihungsschmause begeben sich die Juden zufällig in das Gemach, in dem sich die Bilder befinden, entdecken dieselben und beginnen gegen sie zu wüten, wobei sich besonders die Frauen Hervorthun. Als endlich einer dem Christusbilde ein Messer in die Seite stößt an der Stelle, wo die Lanze Christus traf, fließt Blut aus der Wunde. Das Volk erfährt von dem Borfall, alles stürzt herbei, das Blut fließt beständig fort und zwar so lange, bis ein großes Gefäß damit gefüllt ist, so daß alle das Wunder noch mit eigenen Augen sehen. Die Juden werden sofort gefangen gesetzt, ihr Vermögen eingezogen, Einige von ihnen lassen sich taufen, die anderen werden getödtet oder vertrieben. An der Stelle, wo das Wunder geschehen, wird eine Kirche erbaut und in dieser das hoch verehrte Bild aufbewahrt.') Richer will freilich dies alles von einem Augenzeugen erfahren haben, einem Juden, der selbst durch das Wunder zum Uebertritt veranlaßt wurde, 2) nichtsdestoweniger wird es uns gestattet sein, an der Wahrheit des Berichtes zu zweifeln. Wunder dieser Art waren nicht selten. Wir wissen Namentlich aus dem mart^rolo^ium romainiw, daß einmal aus einem von den Juden in Beirut gekreuzigten Christusbilde so viel Blut geflossen sein soll, daß die Kirchen des Orients und Occidents reichlich damit versorgt ') IV, eap. 36. 88. XXV, x. 322 5 2) Noe iZitur vul-AeuIum a Huoäam «luäeo gui eiäeni 5aeto Kolonie interinit, <M etianl viso miraeulo ckriLtianns eKsetuZ est, auäivi. M Licut illnä micki verdo aä verbmn retulit, ita 6t nuie paZins aänotare euravi, a. a. O. x. 323.

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