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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 4 · p. Seite 394

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 4
Article
[Ohne Titel] / Stern, M.
Date
1887-01-01
Page
Seite 394 (sequence 2)
Language
German
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394 Nachrichten. In den Schriften des Vereins f. Gesch. und Naturgesch. der Baar V, 96 ff. (1885) giebt Professor Rod er Auszüge aus Urkunden zumeist des Stadtarchivs zu Billingen, welche die dortigen Juden betreffen. Sie werden hier 1324 zuerst erwähnt; ihr Recht, Grundbesitz zu erwerben, steht fest; Urkunden des 15. Jahrhunderts verbieten ihnen mehrfach den Wucher, gestatten dagegen redlichen Handel, soweit derselbe nicht die Zünfte schädige. Sehr groß scheint die Zahl der Juden in Villingen nicht gewesen zu sein, doch wird eine Synagoge erwähnt. 1510 erfolgt ihre Ausweisung durch Kaiser Maximilian, worüber sich nähere Angaben in der zwischen 1593 und 1596 verfaßten Selbstbiographie des Josuah Maler (vgl. Allg. deutsche Biographie, XX, 138) finden. Im ersten Bande des Nassauischen Urkundenbuchs, herausgegeben von W. Sauer (Wiesbaden 1886) finden sich N. 905 und 1139 zwei schon bekannte Urkunden Rudolphs von Habsburg von 1276 und Adolphs von Nassau von 1292, betreffend die Juden von Lorch und Frankfurt; schon gedruckt ist auch N. 1210, Urk. des Rheingrafen Siegfried von 1296, betreffend die Verpfändung des Zolles zu Geisenheim an den Juden Anselm von Oppenheim für 500 Mark Kölnisch. Bon Interesse ist das Vorkommen einer Familie „de Judaeis" in Boppard; 1290 ist vovraäus 6iew8 de 5u6aei8 Schultheiß dieser Stadt (N. 11Z0-12). Ob derselben Familie auch der Knappe Cuno, Sohn des tleinrieus inter ^uäaeos, angehört, der in einer Urk. des Grafen Heinrich von Sponheim von 1288 vorkommt, muß dahin gestellt bleiben. Unter dem Titel: „Aus alten Akten. Bilder aus der Entstehungsgeschichte der israelitischen Gemeinde zu Dresden" (Dresden 1886) veröffentlicht Emil Lehmann, im Anschluß an seine oben (S. 202) erwähnte Schrift über die Begründung der Dresdner Gemeinde, eine Reihe culturhistorisch nicht uninteressanter Skizzen über die EntWickelung der Gemeindeeinrichtungen und die — zumeist höchst kleinlichen — Kämpfe innerhalb der Gemeinde von 1750—1852; wir heben besonders S. 76 f. die Notizen über einen Conflict Berthold Auerbachs, der seinen in Dresden geborenen Sohn nicht beschneiden lassen wollte, mit den Gemeindebehörden hervor. Als Quelle haben die Judenakten des Dresdner Rathsarchivs gedient. Das Vorwort giebt eine Übersicht über die sächsische Judengesetzgebung seit dem 18. Jahrhundert und kurze Biographien einiger namhafter Gemeindemitglieder: vr. Beruh. Beer, vr. Zach. Frankel, Oberrabiner l)r. W. Landau. _ H. B. Der Schluß der Studie über Joselmann von Rosheim von Elie Scheid ist abgedruckt in der kevue 6es etuöss ^uives tooae XIII, S. 248—259. Im Anhange einige Briefe hochgestellter Männer (1530 ff.) an I. v. R., „den Regierer und Befehlshaber," die in dem wider ihn angestellten Processe von seinem Anwalte als Beweisstücke producirt wurden.

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