Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Ohne Titel] / Stern, M.
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 3)
- Language
- German
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Nachrichten. 395 Die „Geschichte der Bischöfe von Regens bürg" von F. Janner geht im dritten Bande (Regensburg, New-Aork und Cincinati 1886) wiederholt auf die Schicksale der dortigen Juden ein. Die Darstellung der Vorgänge nach 1466 schließt sich eng an Gemeiner an, da die von letzterem erwähnten Protokolle und Akten nicht mehr aufzufinden waren. Ein erweiterter Vortrag über „Jüdische Aerzte in Frankfurt a. M." von M. Horovitz (Frkf. 1886. Kommiss. I. Kauffmann, 40 S.) benutzt für die Zeit des 17. und 18. Jahrh. die dortigen Grabschriften, Notariats- und Gemeindebücher, sowie die Medicinalacten des städtischen Archivs. Die erste urkundliche Nachricht über Juden in Töplitz erhalten wir aus dem Jahre 1416: Herrmann Hallwich, Töplitz. Eine deutschböhmische Stadtgeschichte (Leipz.1886, Duncker<dHumblot) S.53. 1482 räumt die Stadtgemeinde den Vertretern der Judenschast ein Stück ihres „Stadtgartens" als Begräbnisplatz ein (S. 109), wahrscheinlich wurde ihnen damals auch der Bau einer Synagoge gestattet. König Wladislaw gab ihnen 1497 eine Judenordnung (S. 114. 116), Radislaw Wchinsktz 1606 eine „Instruction" (S. 282). Zur Zeit der Reformation fanden die „hartnäckigen Ketzer, die der Reformation wegen von anderwärts flüchtig geworden waren, bei den Töplitzer Juden ein sicheres Asyl; es gab kein jüdisches Haus, das nicht einen solchen Gast beherbergte; selbst Leute von Adel betraten ihre Häuser." (S. 394). Die Zahl der dortigen Juden belief sich 1618 auf 78, 1621 auf 24, 1655 bereits auf 231, 1662 auf 237 Personen. Am 5. April 1668 wurden 21 jüdische Familien, bestehend aus 124 Köpfen, gewaltsam ans Töplitz entfernt, es dursten nicht mehr als acht Familien mit 34 Personen daselbst zurückbleiben. Das gut ausgestattete Buch Hallwich's, dessen Darstellung auf reichem, archivalischen Material beruht, enthält auch eine Abbildung der T'öplitzer Synagoge und Judengasse. Ein Vortrag Gustav von Buchwalds (Deutsches Gesellschaftsleben im endenden Mittelalter. 2. Band: Zur deutschen Wirtschaftsgeschichte. Kiel 1887. E. Homann, or. XIV, S. 256-268) behandelt die Vertreibung der Juden aus Augsburg. Die Bodlejana in Oxford besitzt, wie der umfangreiche von Ad. Neubauer bearbeitete Katalog der Handschriften (vataloZue ok tks kebren UaiuiZeripts in tko LoälsiaQ librar?. Oxkoi-ä 1886) beweist, viele für die Geschichte der deutschen Juden wichtige Dokumente. Ein besonderes Verdienst hat sich der Herausgeber dadurch erworben, daß er im Kataloge kleinere geschichtliche Notizen teils abgedruckt, teils angezeigt hat, die sich in größeren Handschriften, besonders in Sammelbänden zerstreut vorfinden. M. Stern. 26*