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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 4 · p. Seite 393

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 4
Article
[Ohne Titel] / Stern, M.
Date
1887-01-01
Page
Seite 393 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Nachrichten. 393 In den „Jahresberichten der Geschichtswissenschaft," herausgegeben im Auftrage der historischen Gesellschaft zu Berlin von I. Hermann, I. Jastrow, Edm. Meher, V. Jahrg. (1886) I, .33 ff. giebt M. Steinschneider eine sehr eingehende und sorgfältige Übersicht über die Literatur des Jahres 1882 zur Geschichte der Juden von der Zerstörung Jerusalems bis zur Gegenwart. Zur Geschichte der Juden in Basel finden sich einige Notizen aus ungedrucktem Material, den Jahresrechnungen der Stadt, bei Geering, Handel und Industrie der Stadt Basel (Basel 1886) S. 214 f. Die Jahresrechnungen von 1362 ff. lassen auf etwa 8—10 jüdische Haushaltungen in Basel schließen; der bedeutendste Kapitalist unter ihnen ist Moyses von Colmar, welcher der Stadt Basel im Jahr 1375 auf einmal die Summe von 4300 Pfund vorstreckt, also den im vorigen Heft unserer Zeitschrist (S. 292) erwähnten Trierer Banquiers wohl an die Seite gestellt werden kann. Interessant sind auch die Mittheilungen Geerings über eine in Basel und Köln zugleich ansässige jüdische Familie Salman und Moses. Wieg and, Urkundenbuch der Stadt Straßburg Bd. II (Straßburg 1886) enthält zwei Urkunden von erheblicher Wichtigkeit für die Geschichte der Juden. S. 394 v. 447 steht ein Bertrag zwischen dem St. Peterscapitel und der Judengemeinde (aviversitaZ iuäeoruw), betreffend die Ablösung der bisher an den Thesaurar des Capitels gezahlten Abgaben für die Benutzung des innerhalb der Grenzen der St. Peterspfarre belegenen Judenkirchhofes durch eine einmalige Zahlung von 136 Pfund Straßburger Pfennige; als Vertreter der Judeng? -e fungiren vier Männer: David senior, Vogellinus eiu8 Llius, Jeckelinus L1iu8 HU0Qckam Lslmeliv! und Meiger preosutor et proeurator ip8ius o^raiterii. S. 474 Q. 520 findet sich ein bisher unbekanntes Diplom Ludwigs des Baiern vom 3. Nov. 1330, aus welchem wir erfahren, daß die Höhe der von den Straßburger Juden an den Kaiser zu zahlenden Jahresabgabe (gewerff) 60 Mark Silbers betrug. Derselbe Betrag steht auch für die Zeit Karls IV. fest durch die schon von Hegel (Städtechroniken Straßburg II, 974) mitgetheilte Urkunde dieses Königs vom 25. Nov. 1347. Daneben ging nach einem Schutzbrief des Raths von 1338 (Hegel II, 976) eine Abgabe an den Bischof von 12 Mark Silbers nebenher, außerdem waren noch nach der Höhe des Vermögens der einzelnen Gemeindemitglieder Abgaben an die Stadt zu entrichten, deren Summe für die „deutschen" Juden in Straßburg (neben denen es also noch andere gegeben haben muß) auf 1000 Pfund Straßburger Pfennige für 5 Jahre bestimmt wird. Die Zahl der an diesen Kosten teilnehmenden Haushaltungen scheint sich 1338 auf 16 belaufen zu haben. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutscht. 26

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