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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 4 · p. Seite 384

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 4
Article
Aus der älteren Geschichte der Juden in Regensburg
Date
1887-01-01
Page
Seite 384 (sequence 2)
Language
German
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384 Miscellen. dort befindliche Haus von den Juden als Hospital benutzt worden. ^) Von der 1519 niedergerissenen Synagoge ist uns eine Ansicht in zwei Holzschnitten von Altdorfers Hand erhaltend) Dieselbe wird an anderer Stelle der allgemeinen Kenntnis zugänglich gemacht werden. Ihren Friedhof hatten die Regensburger Juden in älterer Zeit teils jenseits des Regens zu Saliern auf einer kleinen Anhöhe, noch jetzt „Judenau" genannt, teils an der Straße nach Abbach in einem Emmeramer Waldbesitze bei Argle.^) 1210 erwarben sie vom Kloster St. Emmeram ein Grundstück vor dem Petersthore und legten nunmehr hier einen Friedhof an.^) Die erste Nachricht über die Schicksale der Regensburger Juden ist die von der Verfolgung des Jahres 1096. Gegen Ende des Monats Juni wurde auch die dortige Gemeinde von dem Raubgesindel heimgesucht. Einzelheiten werden uns hierüber nicht berichtet. Ebensowenig ist der Tag der Verfolgung bekannt. Wir wissen nur, daß sämmtliche Verfolgungen in den beiden Monaten Mai und Juni stattfanden.Ein Jahr darauf gestattete Heinrich IV. von Regensburg aus den getauften Juden seines Reiches, zu ihrer angeborenen Religion zurückzukehren.") Während die lateinischen Quellen für das zwölfte Jahrhundert über Regensburger Juden so gut wie völlig schweigen, ^) erhalten wir für diese Zeit durch die jüdischen Quellen hinsichtlich des in Regensburg gepflegten Talmud st udiums Aufschluß. Um 1080 lebte hier Menachem ben Machir, der von seinem Better Isaak b. Jehuda, dem Lehrer Raschis, Bescheide erhielt. ^) Elieser b. Natan, der um 1150 in Mainz starb, nennt die ihn anfragenden Regensburger Gelehrten „die Weisen Regensburgs.Sein Schwiegersohn R. Joel war aus Regensburg. ^) Im 6) Urk. 1210: „Rst autem ctolnus kospitals iuäsoruru in ^ansansv^inolisl ex parte oeeiäentis vioiua Okristiavis, ex parts vsro orieritis, wei'iüiei et septentriomis eiroumsita. iuäeis" und Urk. 1227. Siehe Gemeiner, Ueber den Ursprung d. Stadt Regensburq, S. 71 ff. Wiener, Regesten z. Gesch. d. Juden in Deutsch!., S. 107, 19; 23, 147; 108, 26. Januer, a. a. O. II, 261 f. 7) v. Walderdorff, a. a. O., S. 64. Der Israelit, hrsg. von vr. M. Lehmann, Mainz 1877, vr. 48. 6) Gemeiner, Regensburgische Chronik I, 317. Janner, a. a. O. II, 261. Von einer Ver gr o ßerungdes Friedhofes, die Stobbe, die Jud. in Deutscht., S. 81 annimmt, ist 1210 nicht die Rede; eine solche tritt erst 1279 ein. Bericht des Elieser b. Natan. Der 23. Juli, den Train in Jllgens Ztschr. f. d. histor. Theol. 1837, Heft 3, S. 46 angiebt und Carmoly in Loews Ben Chananja II (1859), 179, ohne Train zu citieren, nachschreibt, ist nicht durch die Quellen zu belegen. Ebenso ist die ganze von Train gegebene Darstellung über die Ereignisse des Jahres 1096 nur ein Gebilde der Phantasie. Ihm folgt auch Zunz, Die Ritus (1859) S. 128, wenn er von Plünderungen am Neumondstage des Monats Ab (1. Ab — 23. Juli), die in Regensburg 1096 vorfielen, spricht. ") Lkkekaräi ekrorueon (N. 6. 83. VI, 208). ^nnal. Rosenveläenges (N. 6. 88. XVI, 102). Riezler, Gesch. Baierns I, 561. Janner, a. a. O. I, 574. Papst Clemens III. war bekanntlich über diesen Schritt Heinrichs entrüstet. Sein diesbezüglicher Brief ist nicht, wie Graetz VI, 101 angiebt, an Heinrich IV. gerichtet, sondern an den Bischof Rupertus v. Bamberg. S. Jaffe-Löwenfeld 5336 (4011). ^) Zum Jahre 1137 siehe Stobbe, a. a. O., S. 68; zum I. 1156 s. oben Anm. 3. ^) Zunz, Zur Gesch., S. 192. Magazin f. d. Miss. d. Jud. 1883, 80. ") Eben ha Eser 17 d. Eben ha Eser 91 ä.

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