Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 4
- Article
- Aus der älteren Geschichte der Juden in Regensburg
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 3)
- Language
- German
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Miseellen. 385 Anfang der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts blühte hier R. Ephrajim ben Jsaak,^) einer der hervorragendsten Gesetzeslehrer und synagogalen Dichter, gest. ^) um 1175. Er correspondierte mit Elieser b. Natan/s) Joel hallevi und R. Tam. Mit Ephrajim zusammen saßen im Rabbinatskollegium R. Mosche und R. Isaak b. Mardochai.^) Aus der Reihe der übrigen seien noch R. Baruch b. Isaak, Verfasser des Seker Saterurama, und R. Jehuda der Fromme, gest. 1217, erwähnt. Über das Verhältnis der Juden zur Stadt liegen zwei Urkunden der Könige Philipp und Conrad vor. Beide bestimmen, daß die Juden ebenso, wie die andern Bürger ihre Steuer für die Notdurft der Stadt zu zahlen verpflichtet sind.2") Ausführlicheres über ihre Rechtsverhältnisse teilt uns die Urkunde Heinrichs vom Jahre 1230 mit.^) In dieser werden ihre bereits von den früheren Kaisern beurkundeten Rechte und Freiheiten bestätigt. Hiernach können sie zu Regensburg Gold und Silber kaufen und verkaufen, sie dürfen nur vor demjenigen Richter belangt werden, den sie ihrerseits erwählt haben; ein Prozeß gegen sie ist nichtig, wenn nicht ein Jude unter den Zeugen ist; was sie zehn Jahre ohne Widerspruch besessen haben, ist ihr Eigentum. Unter Friedrich II. treten die Regensburger Juden zu ihrem Bischof in ein enges Verhältnis. Friedrich schenkte dem Bischof Siegfried das gesammte Einkommen, das die kaiserliche Kammer von den Regensburger Juden bezog, auf Lebenszeit. Am 19. Februar 1233 bestätigte und ratificirte Heinrich dem Bischof diese Schenkung.^) Aus welchen Vorgängen die Urkunde vom I. 1265 beruht, in welcher Herzog Heinrich von Baiern auf 700 Pf. Regensburger Pfennige verzichtet, die ihm als Ersatz für den durch Bischof Albert an den Regensburger Juden erlittenen Schaden zugewiesen worden, ist nicht zu ermitteln.^) Aus der Zeit bis 1272 ist uns nur eine geringe Anzahl von Regensburger Juden bekannt, ihre Namen sind im folgenden zusammengestellt: Samuhel (981). Abraham (ca. 1050 in Othlo's lidri vislonum: Nou. Heriu. 88. XI, 383). Abraham, Zacharias, Abraham, Aaron, Abraham, Noe, Mopses, Joseph, Mohses, Isaak, Naaman, Isaak, Samuel, Osuwe, Nathan, Jakob, Nathan, Morteus, Judas, Hetzekel, Saban, Joseph (1210). Abraham, Nathan, Isaak, Sohn des Abraham, Isaak, Abraham aus München(1229). Haeseop, Jaechil, Aaron, Abraham, Muffel, Jsaac(1242). Joseph (1252). Meir(1259). Aaron (1260. Janner II, 468). Dazukommen die Namen der Rabbiner und Gelehrten, die in jüdischen Quellen sich finden. Bon Frauennamen sind uns nur vier bekannt: Gerzuozel, Dobrizel (1242). Zunz, Literaturgeschichte S. 274 ff. Kohn, Mardochai ben Hillel, S. 113 ff. Monatsschrift f. Gesch. u. Wiss. d. Ind. 1885, 310. >5) Eben ha Eser 111a. Eben ha Eser 84 o u. a. 20) Wiener, Reg. 4, 19 und 8, 40. 21) Bö'hmer-Ficker 4160. 22) Jänner, a. a. O. II, 373. Bisher war die umgekehrte Reihenfolge angenommen worden; siehe Bö'hmer-Ficker 4268 und Stobbe, Note 70. 2») Stobbe, a. a. O. Jänner, a. a. O. II, 490.