Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 4
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 380 (sequence 4)
- Language
- German
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380 Miscellen. 1701 erschienen: Jakob Chabib: Dn mit Commentar, verm. Ausg., Sa^aäa für Pesach mit Comm. (B. 2707), großes Gebetbuch mit Psalmen :c. (B. 2234, vgl. n. 715 Psalmen). Jsak Onkaneira, Huma, eä. II; Sabbatgebete und Gebetbuch mit neuen Beigaben, zwei Ausgaben (B. 2235, 2236). 1702 brachte ein großes Gebetbuch (B. 2241), wahrscheinlich der letzte Druck, den Neumark mit seinem Namen ausführte. Letzterer verschwindet von der Bildfläche der Titelblätter und es treten die Anderer an die Stelle, deren Verhältnis zur Presse noch festzustellen ist. Seeb oder (deutsch) Wolf, Sohn des Meschullam^) Salman Mirls, Rabbiners in Hamburg, also Schwager des Zebi Aschkenasi (B. x. 3048 n. 9250), in den Documenten (bei Geiger S. 45 u. 55) Wulff Salomonis oder Wolf Salomon genannt, hatte schon 1700 die Absicht, die 4 Bände l^rim von Jakob b. Ascher neu aufzulegen, und Geiger theilt (S. 55) eine interessante Empfehlung Jablonski's (4. Dec. 1700, wenn dieses Datum richtig ist) mit, woraus wir erfahren, daß man (wohl Jabl. selbst) „kostbare" Anstalten gemacht hatte, das große Werk des Maimonides zu drucken, daß aber die „Amsterdamer" ^Jmm. Athias, das Buch erschien erst 1702^ das xraevenire gespielt; man könne den Schaden gut machen, wenn Wolf die Concession zum Druck der Turim erhalte — was auch am 11. December geschah. Wann der Druck begonnen hat, ist unbekannt, die 4 Bände erschienen 1702—3, zum Theil auf größerem Papier bei Wolf „unter Aufsicht des Ger son Wiener." Letzterer ist hier der Techniker, der wohl von Frankfurt an der Oder, wo über ihn mehr zu sagen ist,^) zeitweilig nach Berlin kam, auch 1709 genannt werden wird. Wolf war höchst wahrscheinlich nur der Kapitalist, den wir bis 1712 nicht wieder erscheinen sehend) Das große Werk Turim scheint die Druckerei im I. 1702 fast ausschließlich in Anspruch genommen zu haben; doch scheint auch der Pentateuch v. I. 1705 schon begonnen zu sein. 1703 erscheint wieder ein großes Gebetbuch mit Commentar des Nastali Hirz Treves (Abdruck, B. 2246), eine 3. Ausg. von Elia di Bidas kesekit Okoekwa, corrigirt von Salomo b. Zebi Loktscher (aus Locacz). Der Titel enthält eine undeutliche Angabe: „Unter Beschäftigung und aus Kosten des ersten Druckers . . . welcher bekannt ist durch die älteren Bücher als derjenige, der den Druck in dieser Stadt erfunden (eingeführt) hat, mit Hilfe eines zuverlässigen, tüchtigen Mannes." Ich habe (B. x. 951) in 5) Meschullam und Salman (— Salomon) gehören zu den in Deutschland gepaarten Namen, deren Berbindungsgrund wahrscheinlich nur die Vererbung eines zufälligen Zusammentreffens ist, wenn nicht die Assonanz oder die Anwendung des Namens Meschullam aus König Salomo zu Grunde liegt, die ich nicht belegen kann. „Meschullam" sehlt bei Geiger 1. e. 5) Vgl. vorläufig B. x. 2894. s) 20. April 1696 wird ihm gestattet, eine Privatsynagoge zu halten, nachdem er ein abgebranntes Haus in der Spandauer Straße „zum Zierraht der Stadt wiederumb ausgebauet" (Geiger S.45), aber nicht als „Baumeister" (wie G. S. 55 annimmt). Er dars auch nicht als Leiter der Druckerei (Geiger I, 22) bezeichnet werden.