Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 4 · p. Seite 379

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 4
Article
Hebräische Drucke in Deutschland
Date
1887-01-01
Page
Seite 379 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2259275-2259313-2259318-2263435--0429-2263538
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Miscellen. 379 Reumark kaufte das ms. vom Sohne des Verf. und druckte noch Etwas hinzu. Er erscheint also hier als Herausgebers) In den Psalmen (Text aus Jablonski's Bibel) mit Commentar von Josef b. Mose Darschan (B. 704) heißt es: „mit Typen Jablonski's durch Loeb b. David Hanau." Vgl. unter 1700. Im kleinen Gebetbuch (B. 2223), zu welchem vielleicht die undatirten Psalmen (B. 1051) gehören, heißt es: „corrigirt durch den Drucker Lob Hanau," hingegen in der neuen Ausgabe des H^mot ^osek von Josef ibn Esra: „In der von Lob Neumark neu errichteten Druckerei." 1700 erschien das große Gebetbuch mit Comm. in einer Doppelausgabe (B. 2231). „mit Buchstaben und in der Druckerei Jablonski's unter der Besorgung (M^NNNl i^i^O^^) des geachteten Loeb u. s. w., der aus- und einführt in der Druckerei des Herrn u. s. w." Die verschiedene Ausdrucksweise bezeichnet natürlich nur einerlei Verhältnis wie wir es oben ausgefaßt haben. Die hebräische Terminologie für die, meist weniger festen Preßverhältnisse wird mit einiger Freiheit angewendet. — In demselben Jahre erscheint ein Ritualwerk mit dem lange geschätzten Commentar des Jekutiel b. Abigdor. Letzterer bezeichnet am Schluß der Vorrede zwei Verwandte: Michael b. Abraham und Loeb b. Joses Neekokek, welche ihn während des Druckes unterstützten, als die O'PPINQ, was sonst gewöhnlich die Drucker bezeichnet. Waren sie Buchhändler? Jekutiel hätte Nach seinem Contract (Ätz'p) mit Jablonski 4 Theile gedruckt, aber die Textthpen gefielen ihm nicht. Ob Neumark bei diesem Buche betheiligt gewesen sei, kann ich nicht angeben. Hingegen ist er zu vereek da-^asekar von Jakob b. Jehuda (B. x. 1222) genannt, welches Josua b. Abigdor aus Kalisch mit Unterstützung von Joses Elkscher b. Benjamin Mirls aus Berlin neu herausgab. — Neumarks Namen erscheint überhaupt nur bis 1702. Bekanntlich haben reiche und fromme Männer die Förderung hebräischer Druckwerke und indirect der Verfasser, oder umgekehrt, als ein gottgefälliges Werk angesehen. Diesen Mäcenen gebührt ein Platz in der Geschichte der jüdischen Literatur. In der Geschichte der Druckereien würde eine stete Berücksichtigung derselben vom Hauptzweck zu weit abführen. Allerdmgs ist man nicht selten in Zweifel, ob der auf dem Titel als Hergeber der Kosten Genannte ein Mäcen oder ein Buchhändler sei. Für Letzteres spricht manchmal die Nennung zweier Personen oder die Wiederholung. So z. B. glaube ich, daß der Musikant vulxo Klesmer) Jehuda Loeb b. Wolf aus Berlin, der 1701—1707 aus 5 Drucken vorkommt (B. p. 2939 n. 8456), ein Buchhändler oder Bücherspeculant war. 1700 erschien außer den bereits erwähnten Schriften ein zweibändiges Machsor (B. 2505), Gebetbuch (^boäat Ka-Lore) mit Comm. eä. II (B. 2230). e) Setzer: Chajjim E. Josef Kaz (Kohen) Klesmer (Musikant), Pressenzieher: Zebi Hirsch b. Eliab. Verl (pü^)und Moses b. Pinchas (Schocher Tausk), alle drei aus Prag.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.