Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 4
- Article
- Hebräische Drucke in Deutschland
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 2)
- Language
- German
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378 Miscellen. I. Atting s heraus, deren größten Theil Clanner ms Lateinische übersetzte. Der getaufte Ahron Margalita (s. unter 1706) versicherte Wolf (L. S. I x. 444, III x. 78), daß seine (lateinische) Übersetzung des Buches ihm in Holland gestohlen worden.^) Pastor Unger^) bezeichnet in Briefen an Wolf (III x. 325) Neumark als „^uäaeum vakerrimum et Okristlaiwrllw. kostem LuiensissimuiQ.^ Das ist jedenfalls eine starke Übertreibung; denn es heißt zur Motivirung seines Schutzbriefes vom 18. Dec. 1694 (bei Geiger 1. e. S. 53), daß er bereits 10 Jahre an verschiedenen Orten viel Christen mancherlei Alters und eonältion, darunter auch Predigern, voetores und ^rokessores l'keoloFiae in Hebräischen, Chaldäischen und Rabbinischen Wissenschaften iniormiret, also auch diejenigen, so seiner iviorwatloQ gebrauchen wollten, frei und ungehindert ivforiuiren möge. Unger urtheilte vielleicht nur nach Berichten der Feinde, die Neumark sich von allen Seiten, wie es scheint, zuzog. Sein Schutzbrief verbietet ihm den Handel; aber er läßt Bücher kommen, welche, auf eine Klage sämmtlicher (!) Buchhändler Berlins, mit Beschlag belegt, aber (7. Okt. 1695) wieder freigegeben werden, weil sie für bestimmte Personen bestellt sind. Das Verzeichniß dieser Bücher (bei Geiger S. 54) weist nur wenige hebräische auf; ^) man sieht, daß Neumark nicht für jüdische Käufer die Bestellung gemacht hatte, welche u. A. 10 Gesangbücher Luthers, Tauler's christliche Schriften in 2 Exempl. umsaßt. Unaufgeklärt ist der Bann, welcher, vielleicht von Polen ausgehend, jedenfalls in der kaum entstandenen jüdischen Gemeinde Berlins Neumark vom Synagogenbesuch ausschloß und trotz einer ernstlichen Drohung der Regierung (Dec. 1695) ihm nur einen Platz in den Privatsynagogen von Liebmann und Wolf Salomen (s. weiter unten) anweist (Jan. 1696, vgl. das Decret über die Synagoge vom April 1696, bei Geiger S. 45). Sollte sein Umgang mit christlichen Gelehrten Anstoß erregt haben? Der erste bekannte Druck, Psalmtext (Bodl. n. 694) ist zwischen 18. bis 24. Sept. 1697 erschienen, ohne Angabe der Officin oder des Herausgebers. Diese Ausgabe ist verschieden von der undatirten (B. 1050), welche ein Sonderabdruck aus der von Jablonski redigirten, auf Kosten Jo. Heinr. Knebel's von Neumark besorgten (corrigirten?) Bibel, die 1699 erschien. Derselben gehört auch die undatirte Genesis (B. 1028). Das bei Wolf mit 1697 bezeichnete Gebetbuch ist wahrscheinlich das vom I. 1707, und aus dem I. 1698 ist mir kein Druck bekannt. 1699 erschienen, außer jener Bibel, noch solgende Schriften: i^-M' eine Sammlung ethischer, rhetorischer und praktischer Stücke, darunter ein Gebet für die Märtyrer in Podolien (1676) und ein akrostichisches Purim- Lied hebräisch und deutsch — die Zusammenstellung ist charakteristisch. 3) Mit der Grammatik wollte N. eine besondere Abhandlung über die Accente und eine andere über die grammatischen Erklärungen von Raschi und Tosafor verbinden; aber die Kosten waren zu groß (Borr.). 4) Über diesen Liebhaber der neuhebräischen Literatur (gest. 1719) s. meinen Katalog der hebr. HSS. in Hamburg, S. VIII. 5) „Sslemon Lwleck VrastectLo Vulenrit." soll heißen Salomo ben Melech,?6ri6et!o zc.