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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 4 · p. 377

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 4
Article
Hebräische Drucke in Deutschland
Date
1887-01-01
Page
377 (sequence 1)
Language
German
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Wiscetten. Hebräische Drucke in Deutschland. Von Moritz Steinschneider. (Fortsetzung von S. 281 ff.) 7. Berlin.) Berlins Bedeutung für die Judenheit beginnt erst mit Mendelssohn und seiner Schule. Doch fristete die hebräische Presse durch ein vorangehendes Jahrhundert ein kärgliches Dasein/) wenn man wenige neue Ausgaben bedeutenderer Werke ausnimmt, obwohl die Gemeinde, im Jahre 1671 von aufgenommenen österreichischen Exulanten neubegründet, schon zu Ende des Jahrhunderts an 1000 „vergeleitete" Seelen zählte. Die erste hebräische Presse war nicht die Gründung eines Juden, sondern des Professors und Hofpredigers Daniel Lrnst ^adlonski (1697), wie 20 Jahre früher in Frankfurt an der Oder ebenfalls die hebräische Druckerei als Besitz eines Professors in die Welt tritt, und als der eines andern fortgeführt wird. Vielleicht wäre die Concession dazu einem Juden nicht ertheilt worden. Es scheint ein ähnliches Verhältniß obgewaltet zu haben, wie in den Druckereien Venedigs, in welchen nur unter der Firma vornehmer Häuser gedruckt werden durste. Der erste Factor in Berlin war Jehuda (Loeb, ben David Neumark, auch „Loeb Hanau," in einigen Drucken „Moses Jehuda;" doch findet sich „Moses" nicht aus dem Grabstein, nach welchem er in der Nacht des 4. Nisan (April) 1723 gestorben ist. 2) In den von Geiger benutzten Acten heißt er Levin David (Levin für Loeb, des Vaters Namen als Familiennamen, was erst später Mode wurde). Neumark, Schwiegersohn des David Grünhut, gab 1693 in Frankfurt a. M. eine damals geschätzte, jedoch von Salman Hanau manchmal angegriffene hebräische Grammatik, wahrscheinlich mit Benutzung 1) Jüdische Typographie S 89; 0ata1. Loäl. x. 3096 (wo das Jahr 1699 Druckfehler). L. Geiger, Geschichte der Juden w Berlin, Bd. II (1871) S. 53—56, grö'ßtentheils nach Latal. Loäl. und einigen Documenten. 2) Das in den Add. zu Oatal. Loäl. (x. 1346, vgl. x. 3015) angegebene Todesjahr hat Geiger 1. e. übersehen. Zeitschr. f. d- Gesch. d. Juden i. Deutsch!. 25

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