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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 4 · p. Seite 300

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Geschichte der Juden am Bodensee und in seiner Umgebung
Date
1887-01-01
Page
Seite 300 (sequence 4)
Language
German
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300 Moritz Stern, Beiträge zur Geschichte der Juden Perg. Orig. Erbetenes Siegel des bischöflichen Offizials zu Konstanz (Figur eines Bischofs) und des Johans des Lind, Stadtamman zu Konstanz (laufender Vogel, Stern). Stadtarchiv nr. 64. 11) 1378 Januar 16. Ravensburg. Friedrich, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Baiern, thut dem Bürgermeister, Amman, Rat und den Bürgern zu Ueberlingen die Gnade, daß sie nach ihrem Belieben Juden in ihrer Stadt zu Bürgern annehmen und sie und deren Hausfrauen, Kinder und Gesinde mit aller Habe beschirmen dürfen, wie andere eingesessene Bürger und daß sie es thun mögen ohne alle „Beschatzung". 2e Ravensburg au samptstaA vor savä ^utovii ta^ 1378. Perg. Orig. Siegel des Pfalzgrafen. Stadtarchiv vr. 65. 12) 1430 Juli 21. Wien. König Sigmund ist mit dem Bürgermeister, Rat und den Bürgern von Ueberlingen übereingekommen, daß, nachdem die Judenschaft in den Reichsstädten Ravensburg, Ueberlingen, Costentz, Lindau u. a. wegen des Mordes eines Knaben ins Gefängnis gekommen ist, er ihnen Gewalt und Macht giebt, mit den Juden und Jüdinnen, die jetzt in ihrer Stadt sind, zu handeln, wie es recht ist, besonders all ihr Hab und Gut, liegendes und fahrendes, zum Nutzen der Stadt nach ihrem Gefallen zu verwenden, woran sie niemand hindern dürfe; ferner ist auch beredet worden, daß, falls man über die Juden richtet, oder sie um Hab und Gut schätzt, so daß sie nicht mehr in Ueberlingen sein wollen, das Spital znm hl. Geist und die armen Leute darin mit dem Frithos oder der Begräbnisstätte „äo siok 6is Zuäsn äasslbs 2u b6Zrad6Q Msgen" handeln dürfen nach Nutzen des Spitals. 2u ^VieQQ ava treitaK Qaek sant HlarAaretken tag 1430. Perg. Orig. Siegel des Königs Sigmund. Dabei eine Perg. Copie des Rats von Konstanz ä. 6. Freitag vor S. Urbanstag (Mai 19) 1441. Siegel der Stadt Konstanz undeutlich. Stadtarchiv nr. 66. 13) 1431 Januar 20. Konstanz. König Sigmund spricht den Bürgermeister, Rat und die Bürger von Ueberlingen los von aller Forderung an sie der Judenschaft „äis verdrsvt tiont" und des Frithofes wegen, nimmt sie wieder in Gnaden und Huld auf und erklärt, sie bei den „gaden" bleiben zu lassen, die er ihnen vormals zu Wien gegeben hat. 2u (Zostents an saut Löbastiarn unä?adiaQi tag 1431. Perg. Orig. Königliches Majestätssiegel. Dabei auch eine Perg. Copie des Rats von Konstanz 6. ä. Freitag vor S. Urban (Mai 19) 1441. Stadtarchiv ur. 67. 14) 1462 April 29. (Ueberlingen.) Brida Köblinny, die Uffkilcherin, des verst. Jos. Uebelagker eheliche Wittwe, hat in dem Hause, das vor Zeiten den Juden gehörte, jetzt aber an Junker Kunrat Strebel erbweise gefallen ist, und in dem sie zu Herberge war, 402 fl. rh. und 180 Dukaten in einer Mauer aufbewahrt gefunden. Sie glaubte, das Geld sei ihr Eigentum, ist aber jetzt unterrichtet, daß es der Stadt Ueberlingen zukomme, da diese vor Zeiten Leib und Gut der Juden, die „umb ursaok ZöbrsQut" worden sind, von einem römischen Kaiser erkaust habe. Obwohl sie nichts

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