Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
- Volume
- 1887
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beiträge zur Geschichte der Juden am Bodensee und in seiner Umgebung
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 5)
- Language
- German
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am Bodensee und in seiner Umgebung. Z01 zu beanspruchen hat, so haben ihr doch die Herren der Stadt in ihrem Spital zu Ueberlingen die obere Pfrund mit Essen, Trinken, Gemach, doch wie andern Pfründnern auf ihr Lebtag gegeben; was sie erübrigt, erbt das Spital. ZornstaZ vor äss Ii. Orutsta-A als es kunäen narä 1462. Perg. Orig. Erbetenes Siegel des Junkers Ulr. Engilin. Stadtarchiv ur. 68. 15) Drei Papierzettel mit Angaben über Juden: a) Die Ermordung des Knaben Ludwig zu Ravensburg und die Hinrichtung mehrerer Juden daselbst. 1430. Geschrieben im 18. Jahrh. d) „Handlung von der Juden wegen", enthält die Aufzählung der Wertsachen und des Geldes, das bei den Juden gefunden wurde. Siehe in Beilage II den Abdruck. e) Ein Blatt aus dem Ratsprotokoll mit der Antwort, die der Rat von Ueberlingen am Freitag ri^. Atartivi (10. Nov.) 1475 dem Bruder Heinrich von Schlettstadt, Lehrer der hl. Schrift, Boten des Bischofs von Trient, über die Ursachen der Verbrennung der Juden in Ueberlingen erteilte. Siehe in Beilage II den Abdruck. Stadtarchiv nr. 69. 16) 1496 Februar 29. (Ueberlingen.) Ulrich Schludin und Bartholome Hochrat, der Goldschmied, beide Bürger zu Ueberlingen, bekennen, in kurzverschienen Tagen seien in ihrem Haus und in ihrer Hofraite zu Ueberlingen zwischen Marx Binders von Lindau und Martin von Bayers Häusern, das früher den Juden gehörte, 1459 fl. rh., 52 Dukaten und 1 Pfennig gefunden worden. Gemäß dem Brief des Kaisers Sigismund, welcher der Juden in Ueberlingen Leib, Hab und Gut dem Rat der Stadt zuweist, übergeben sie die genannte Summe diesem und verzichten auf alle Ansprüche daran. Nachdem der Rat ihnen zu einer Verehrung und Schenkung davon 662^ fl. rh. und 26 Dukaten gegeben hat, so versprechen sie, falls der Rat des Geldes verlustig werde, die geschenkte Summe demselben ohne dessen Kosten zurückzuerstatten. Montag nach S. Mathiastag 1496. Perg. Orig. Siegel des Ulr. Schludin und erbetenes Siegel des Junkers Jacob von Neuneck und des Hans Boscher, Vogts zn Heiligenberg. Stadtarchiv vr. 70. 17) 1496 März 1. (Ueberlingen.) Margaretha Rieggerin von Sulzen, Ulrich Schludin's Magd, bekennt: Nachdem sie und Magdalena Maderin zu Ueberlingen in Ulrich Schludins und Bartholome Hochrats Haus zu Ueberlingen eine Summe Geld gefunden und dieselbe dem Rat kraft dessen Gerechtigkeit von Schludin und Hochrat übergeben worden sei, habe ihr der Rat zu einer Verehrung davon 60 fl. rh. gegeben. Dafür verzichtet sie auf alle Ansprüche an das gefundene Geld. Dinstag nach Mathiastag 1496. Perg. Orig. Erbetenes Siegel des Hans Boscher und des Ulrich Schludin. Stadtarchiv nr. 71. 18) Dasselbe bekennt Magdalena Maderin, geschworene Hebeamme