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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 285

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Hebräische Drucke in Deutschland
Date
1887-01-01
Page
Seite 285 (sequence 5)
Language
German
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Miscellen. 285 Rabbiners Abraham b. Abigdor (Cat. Bodl. x. 118S, vgl. x. 2815 n. 7632). Elia Levita belobte die Ausgabe in einem Gedichtchen. War er damals in Augsburg? Ich komme darauf unter Jsnh zurück, wie auf Josef b. Jakar unter Jchenhausen. Die Turim besitzt die k. Bibliothek. Elia Levita nennt in seinem Gedichtchen die drei Drucker und sagt, daß der Druck nahe dem Monat, „in welchem wir das Meer ohne Brücke überschritten" beendet sei. 1540 erschien auch eine kleine, einem „Machir" beigelegte Compilation (Abkat Roche!) nach einer Ausg. Rimini 1526 (Cat. Bodl. p. 1639 u. Add.) „bei den am Ende des Buches genannten Druckern", die aber daselbst nicht genannt sind, ob die obigen? Wiederum eine Lücke von 2 Jahren, dann folgt 5. Juli 1543 das gereimte Buch der Könige, und 1544 das ähnliche „Samuelbuch", welche vielleicht die letzten, in mancher Beziehung interessanten, Producte jener Thpographen sind, und bei denen wir noch verweilen müssen. Das Königebuch (Bodl. n. 2243, Zedner S. 121) nennt keinen Drucker; die Existenz des Samuelbuchs hatte ich nur errathen (id. n. 123?) und vermuthet, es sei jenem vorangegangen. Ein angeblich daran begangenes Plagiat des getauften Paulus Aemilius hat 1872 zu einer Controverse zwischen Zarncke und Gosche geführt. Perkes (1. o. S. 171) weift nun nach^, Chajjim Schwarz mit Aemilius in Berührung kam. Jsak aus Günzburg, Dajjan (schwerlich „Oberrabbiner") ^) bewog dieselben zu dem Versuch, in Ferrara -eine Druckerei zu gründen, während er selber für Chajjim's Bücher, Turim, Commentare (Raschi?) und Gebete etwas thun wolle; die Stelle ist theilweise unleserlich (vielleicht „beihändig sein will"); wahrscheinlich wollte Jsak bei dem Verkauf der Augsburger Drucke behilflich sein, wenn Chajjim verreiste. Letzteres scheint nicht geschehen zu sein; denn Paulus kam nach 8 Monaten zurück, verlangte Ersatz für ausgelegte 7V Gulden und Jsak wurde von einem Anonymus (Perkes vermuthet Widmanstadt, unter dessen Schriften sich das Schriftstück fand) ersucht, dem Paulus zu seiner Forderung zu verhelfen. Die Empfehlung ist datirt 27. März 1543, also war Aemilius schon 1542 in Ferrara gewesen. Das Samuelbuch existirt im British Museum und in einer Privatbibliothek in London (s. Hebr. Bibliogr. XII, 4 u. 126) und ist deutlich 304 (1544) datirt, wie Zedner (S. 121) angiebt, nicht 1543, wie Perkes (S. 170, 172, 173) wiederholt. Allerdings druckte Chajjim in dem Jahre 1544 schon in Jchenhausen, unter welchem Orte das Nähere folgen wird. — Der Verfasser des Samuelbuches ist unbekannt, er gehört vielleicht dem Mittelalter an 2). 5) Ich acceptire nicht alle Hypothesen, welche Perles in der zweiten Hälfte seines Buches an sehr werthvolle, zuerst mitgetheilte Documente knüpft, auf deren Existenz ich in meiner Abhandl. über die Münchener Handschr. aufmerksam gemacht habe. Auf Einiges wird auch in der Forsetzung des Artikels einzugehen sein. 2) Zur Familie Ginzburg vgl. auch Simon Lewi, Editor in Mantua 1590 (Catal. Bodl. x. 2626), u. Sternberg, Gesch. d. Juden in Polen, 1878 S. 145. s) S. die Notiz: Jüdisch-deutsche Literatur in Hebr. Bibliogr. IX, 58. Die Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden i. Deutsch!. 19

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