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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 284

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland
Volume
1887
Issue
Heft 3
Article
Hebräische Drucke in Deutschland
Date
1887-01-01
Page
Seite 284 (sequence 4)
Language
German
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284 Miseellen. Handb. S. 23) in ihm einen geborenen Juden zu erkennen. Die Materialien, welche ich in den Münchener HSS. u. 72, 259, 329, 400 und besonders in 401 angegeben, sind von I. Perkes (Beiträge z. Gesch. d. heb. Sprache, S. 24—32 u. 212) benutzt und für meine Anficht verwertet; doch ist seine Erklärung der Phrase „Messe zu lesen" (bei Geiger S. 52) durch Lection von Psalmen oder Mischna (S. 28 Anm.) etwas gewagt. Böschensteins Abkunft mag ihm die dürftige Kenntniß, die er im Grunde nur besaß, zugeführt haben; seine Sächelchen waren sür Christen berechnet, und erst 12 Jahre nach ihm versucht sich ein jüdischer Drucker in Augsburg. Chajjim Schwarz (Schachor, ben David) war ein wandernder und unternehmender Thpograph (Cat. Bodl. x. 3047), von 1514 (Bodt. n. 2597) bis 1526 war er an der (1512 gegründeten) Druckerei in Prag betheiligt. 1530 druckte er in Oels ein einziges Buch. Im December 1533 erschien sein erster Augsburger Druck, Raschi's Kommentar zum Pentateuch und zu den Megillot. ^) 1534 beendete er am 19. Januar eine Haggada für Pesach, wovon nur ein Pergamentexemplar im Brit. Museum (Zedner S. 440) bekannt ist. Demselben Jahre gehört eine anonyme Musterbriefsammlung (Bodl. u. 3370), welche bis ins XVIII. Jahrhundert vielfach ausgebeutet wurde, und wovon nur ein Exemplar, mit Randnoten von Unger, in Zunz's Bibliothek, bekannt ist. Eine Ausgabe des kleinen Gebetbuchs nach deutschem Ritus (Bodl. n. 2072), wovon nur ein Exemplar Almanzis (wo jetzt? Zedner x>. 458 hat es nicht) bekannt ist, trägt ein zweifelhaftes Datum, da die Buchstaben der Jahrzahl nicht bezeichnet sind. „Freitag 12 Schebat" (Januar) paßt für 1534 (bei Schudt) nicht. Aus dem Jahre 1535 ist uns nichts bekannt, hingegen erschien im Frühling (II. Jjjar) 1536 das Festgebetbuch (Machsor) nach deutschem Ritus (Bodl. n. 2448)2), wovon Pergamentdrucke existiren. Die (für Geschichte wichtigen) Bußgebete (Selichot, Bodl. n. 2834) über 100 Bl. folio, folgten in nicht zwei vollen Monaten (4 Tammus) in gleich guter Ausstattung. Die ersten 3 Ausgaben desselben waren früher in Italien gedruckt worden. Hier sind die n. 182—201, die in West-Deutschland recitirt werden, hinzugefügt. Oppenheimer und Michael besaßen diesen Druck nicht, wovon ich zuerst 3 Exemplare in Padua ausfindig machte. Waren die Mittel Chajjim's durch die theuren Bände erschöpft? Nach einer Lücke von drei Jahren (1537—39) wurde allerdings wieder ein starker Folioband, die Ritual- und Gesetzsammlung, genannt 4 Turim, des Jakob b. Ascher, im Frühling (Nisan) 1540 veröffentlicht. Als Genossen Chajjim's erscheinen hier sein Sohn Jsak und sein Schwiegersohn Josef b. Jakar. Man benutzte dazu theilweise die, vom Schwager des letzteren, Jakob b. Baruch, gesammelten Noten und Correcturen des Prager Perles, Beiträge S. 173, hatte zu seiner unvollständigen Aufzählung der Drucke Chajjim's weder den Artikel Jüd. Typographie in Ersch u. Gruber S. 49, noch meinen Catalog vor Augen. 2) Catal. Bodl. p. 369 und Addenda. L. Schott spricht in der Allgem. Zeitung des Iudenth. 1862 S. 243 von einer Ausg. ..296 — 1496"; er hat dabei vergessen, was er selbst im Litbl. des Orient VII, 497 mitgetbeilt hat.

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